Die Buglkraxn hat 25 Jahre auf dem Buckel
Der Verein Buglkraxn Leoben hilft Langzeitarbeitslosen beim Wiedereinstieg ins aktive Erwerbsleben. Und das seit 25 Jahren. Demnächst erhält der Verein außerdem das Sozialgütesiegel.

Foto © KKIn den Anfängen: Im Jahr 1984 wurde der Verein gegründet
Je kürzer die Leute bei uns sind, desto besser ist es für sie, aber auch für uns. Ich weiß, das klingt für eine Firma etwas komisch, aber es ist so. Für uns ist es die Idealvorstellung, für jeden Mitarbeiter während der neun Monate, die sie bei uns sind, wieder einen Job am ersten Arbeitsmarkt zu finden", erklärt Kurt Söllner, Geschäftsführer der Buglkraxn, eines Vereins für Arbeitsintegration in Leoben.
Der sozialökonomische Betrieb feiert am Freitag, dem 2. Oktober, ab 10 Uhr in seinen Räumlichkeiten in der Donawitzer Straße 35 sein 25-jähriges Bestehen. Als Privatinitiative wurde der Verein im Jahr 1984 von Sozialarbeitern und Bewährungshelfern aus der Taufe gehoben: "Damals ging es darum, Haftentlassene wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit 25 Jahren ist die Buglkraxn sicher einer der ältesten sozialökonomischen Betriebe der Steiermark, auch wenn sie am Anfang eigentlich noch keiner war", so Söllner. Für die engagierte Arbeit bekommt der Verein demnächst von der Quality Austria das Sozialgütesiegel.
Wiedereinstieg
Die Hilfe beim Einstieg oder Wiedereinstieg ins aktive Berufsleben am "ersten Arbeitsmarkt" gestalte sich momentan etwas schwieriger als noch einige Monate zuvor, meint Söllner: "In Jahren mit einer starken wirtschaftlichen Entwicklung liegt die Quote unserer Vermittlungen zwischen 30 und 40 Prozent. In der Wirtschaftskrise merkt man, dass Firmen weniger Personal einstellen, was natürlich auch unsere Quote der Vermittlungen drückt. Wobei mir momentan vorkommt, dass es schon wieder etwas besser geworden ist", führt Söllner aus. Obwohl die Bereitschaft, Leute aufzunehmen, bei vielen Firmen derzeit gering sei, bemühe man sich bei der Buglkraxn, gemeinsam mit den Mitarbeiten alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Wiedereinstieg zu schaffen: "Da spielt das Thema Qualifikation eine große Rolle. Etliche unserer Mitarbeiter sind nicht gerade gesegnet, was ihre Ausbildung betrifft, was die Vermittlung in Zeiten wie diesen nicht einfacher macht", meint Söllner. Hilfreich sei allerdings die hervorragende Zusammenarbeit mit dem AMS Leoben, die sich über die Jahre entwickelt habe. Söllner rechnet auch damit, dass wegen der Wirtschaftskrise der Zustrom an zu Vermittelnden wachsen werde: "Obwohl die Gemeindekooperationen sowie das aufgestockte Maßnahmenpaket des AMS vieles abfängt."
Die männlichen Mitarbeiter der Buglkraxn seien in erster Linie in 38-Stunden-Jobs mit Entrümpeln beschäftigt, die Frauen in 25-Stunden-Jobs im Verkauf oder im Büro: "Bei Frauen, die allein stehend sind und Kinderbetreuungspflichten haben, ist der Wiedereinstieg äußerst schwierig." In einer eigenen sozialpädagogischen Beratung können spezifische Probleme der Mitarbeiter erörtert und professionell aufgearbeitet werden. Jedenfalls entwickle sich ein gutes soziales Gefüge in der Buglkraxn: "Viele kommen noch Jahre später zu Besuch, auch wenn wir sie vielleicht nicht vermitteln konnten."
Features
Kommentar
Fakten
Der Verein Buglkraxn wurde 1984 von Sozialhelfern und Bewährungshelfern gegründet.
Zurzeit finden in dem sozialökonomischen Betrieb 14 Transitarbeitskräfte Beschäftigung, Arbeitstraining und Unterstützung bei der Vermittlung.
Die Transitarbeitskräfte bleiben neun Monate bei der Buglkraxn, können aber jederzeit von einer Firma in den "ersten Arbeitsmarkt" übernommen werden.
Die Vermittlung von Langzeitbeschäftigungslosen sowie die Unterstützung älterer Personen und Frauen bei ihrem beruflichen Wiedereinstieg zählen zu den Hauptaufgaben.
Auch sozialpädagogische Betreuung wird mit angeboten.
Der Betrieb wird vom Arbeitsmarktservice, dem Europäischen Sozialfonds, dem Land Steiermark, der Stadt Leoben sowie dem Sozialhilfeverband gefördert.
Das Dienstleistungsangebot reicht von Hilfsarbeiten, Entrümpelungen, Übersiedlungen, dem Verkauf von Alt- und Gebrauchtwaren bis hin zu Geschirrverleih und dem Verleih des "Geschirrmobils" für Partys und Veranstaltungen.








