Keine Lebensqualität wegen Gestank
Anrainern der Leobener Biogasanlage stinkt diese zum Himmel. Ihre Geduld ist zu Ende. Grund: Massive Geruchsbelästigungen, die Alltag und Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Foto © SchöberlBiogasanlage auf dem Gelände der Kläranlage macht Sorgen
Vielen Bewohnern in Leoben reicht es. Sie sind nicht mehr gewillt, die seit Jahren immer wiederkehrenden massiven Geruchsbelästigungen der LeBiogasanlage hinzunehmen. "Es gibt 1000 Beschwerden aus Judendorf, Lerchenfeld, aus den ABC-Häusern und auch aus der Innenstadt. Es stinkt fast täglich, auch in der Nacht", erklärt Helmut Fiausch, Sprecher der aufgebrachten Anrainer. Sie hätten der Bitte von Bürgermeister Matthias Konrad Folge geleistet, den Verantwortlichen noch bis zum Juli eine Chance zu geben. "Jetzt ist es September, und es hat sich nichts geändert", so Fiausch. Es gibt sogar schon Überlegungen einiger Bürger, aus Judendorf wegzuziehen, weil ihre Lebensqualität enorm leide.
Von der Fachabteilung 13a des Landes Steiermark wurde im Juni der Betrieb der Anlage untersagt, da gewisse Teile der Biogasanlage anders errichtet wurden als genehmigt. Trotz dieses Bescheids sei die Anlage in Betrieb gewesen, was die betroffenen Anrainer als echten Skandal sehen. Günther Rupp von der Fachabteilung 13a, der den Bescheid ausgestellt hat: "Die Oberbehörde hat den Bescheid der Schließung nun aufgehoben, weil die Frist für die Schließung zu ungenau gewesen sei. Die Bezirkshauptmannschaft Leoben bekommt diesen neuen Bescheid in den nächsten Tagen zugestellt", so Rupp. Und was heißt das nun? "Wir müssen die Anlage jetzt wieder von vorne
kontrollieren", so Rupp. Prinzipiell sei so eine Biogasanlage eine gute Sache, wenn sie funktioniert, räumt Rupp ein. Seiner Einschätzung nach sei die Anlage aber technisch noch nicht ausgereift, und es werde vieles einfach im 1:1-Versuch probiert. "Ich werde aber alles machen, damit die Anlage aufhört zu stinken", verspricht Rupp.
Schlampigkeiten
Wir wollten von Bürgermeister Konrad wissen, warum Teile der Anlage anders errichtet wurden, als genehmigt. Konrad: "Die Verantwortlichen sind während des Baus gescheiter geworden. Die Anlage, die gebaut wurde, ist qualitätsmäßig höher."
Er habe mit allen Gesellschaftern diese Woche ein Gespräch gehabt. Das Stinken sei ein Mangel, an dessen Behebung man auf Hochdruck arbeite. Er habe den Verantwortlichen selbst Dampf gemacht und gibt auch zu, dass es Schlampigkeiten gegeben habe. "Ich habe absolute Sorgsamkeit eingefordert. Jeder muss hier mit Herzblut beschäftigt sein. Und wenn der Geschäftsführer das nicht schafft, dann bekommt er ein Beiwagerl. Ich nehme die Beschwerden der Anrainer wirklich sehr ernst und habe auch schon Gespräche mit ihnen geführt. Fiausch hat uns schon die Hölle heiß gemacht", so Konrad, der auch Obmann des Reinhaltungsverbandes ist. Er vermutet aber, dass man versuche, alle Geruchsbelästigungen der Biogasanlage unterzujubeln. "Wir haben nun Maßnahmen gesetzt und unseren Geruch markiert." Damit könne man die Ursache des Geruchs genau lokalisieren und dieser auf den Grund gehen. Im Jänner 2010 gebe es die letzten Baumaßnahmen, dann müsste alles laufen und vor allem auch geruchsfrei sein. Konrad ist noch immer überzeugt, dass das eine tolle Anlage für Leoben wird.
Die Anrainer betonen, dass sie nicht gegen die Biogasanlage sind, aber sie fordern ein schnelles Ende der Geruchsbelästigung oder den Stopp der Anlage. Sie sind deshalb so erbost, weil sie immer wieder um Geduld gebeten wurden, aber es habe sich nichts verändert. "Wir wollen keinen Krieg, wir wollen normal leben."








