Pro Mente Steiermark lädt in Leoben zum Tag der offenen Tür
Der Verein Pro Mente Steiermark betreibt in Leoben seit Jahren zwei Beschäftigungsprojekte: "Cafe Paradox" und einen Second-Hand-Laden.

Foto © SchöberlInnerhalb eines Jahres sollen die Leute wieder auf den Arbeitsmarkt
"Unikat" hieß die Imbissstube mit Kaffeehaus, die der Verein Pro Mente Steiermark vor mehr als 15 Jahren in der Montanstadt eröffnete. In diesem ersten Beschäftigungsprojekt für Menschen mit psychischen Problemen wurde auch ein Cateringservice angeboten.
Das "Unikat" gibt es mittlerweile nicht mehr, das Nachfolgeprojekt "Cafe Paradox" in der Waasenstraße hat sich aber seit etlichen Jahren in Leoben fix etabliert. Und vor drei Jahren kam direkt daneben der Second-Hand-Laden "Again" mit Änderungsschneiderei dazu. Der Verein Pro Mente Steiermark feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen - aus diesem Grund luden nun auch "Paradox" und "Again" zu einem Tag der offenen Tür.
"Die Menschen, die zu uns kommen, sollten innerhalb eines Jahres wieder in den Arbeitsmarkt integriert sein", erklärt Barbara Winter vom Verein Pro Mente, die für das "Cafe Paradox" zuständig ist. Die Erfolge seien wechselhaft: "Vorgeschrieben ist eine Vermittlungsquote von 40 Prozent. In manchen Jahren geht sich das ziemlich knapp aus, es sind aber auch manche sehr gute Jahre darunter, in denen wir eine Vermittlungsquote von 80 Prozent haben", führt Winter aus. Diese Unterschiede würden mit vielen verschiedenen Faktoren zusammenhängen: "Etwa von der Wirtschaftslage und davon, wie viele Arbeitskräfte gerade gebraucht werden. Außerdem davon, wie gravierend die Probleme unserer ,User' sind beziehungsweise wie gut das Training bei uns läuft, wie motiviert sie sind, es zu schaffen und so weiter", meint Winter.
Druck nimmt zu
Der Druck am Arbeitsmarkt habe in den vergangenen Jahren und speziell in der weltweiten Wirtschaftskrise spürbar zugenommen: "Wir merken verstärkt, dass Leute, und viele junge Leute, direkt vom Arbeitsmarkt zu uns kommen - mit Burn Out oder Panikattacken." Früher seien es oft ältere Leute gewesen, die nach einer Unterbrechung ihres Berufslebens schwer auf den Arbeitsmarkt zurückgefunden hätten. Im Arbeitstraining im "Paradox" seien es zehn, im "Again" maximal zwölf, die betreut werden: "Im Second Hand Laden erfolgt die Steigerung von arbeitsrelevanten Kompetenzen. Es ist die Vorstufe zum Arbeitstraining." Darüber hinaus gibt es mobile sozialpsychiatrische Betreuung."Cafe Paradox" und "Again" hätten sich in der Montanstadt gut etabliert: "Wir kochen 80 bis 100 Menüs pro Tag. Sie werden ausgeliefert, im Lokal serviert und sind für den internen Bedarf. Damit ist das Maximum unserer Kapazität erreicht. Denn sonst wird der Druck wieder gleich hoch wie am offenen Arbeitsmarkt und das soll natürlich nicht sein", so Winter. Eine Kundenumfrage habe Positives ergeben: "Wir haben uns gedacht, dass viele in erster Linie deswegen zu uns kommen, weil sie etwas für einen guten Zweck tun wollen. Das stimmt aber nicht, sie kommen, weil das Essen bei uns gut und günstig ist."
Features
Kommentar
Fakten
Kontakt
Der Verein Pro Mente Steiermark existiert seit 20 Jahren.
In Leoben ist er seit mehr als 15 Jahren aktiv.
Ziel der Beschäftigungsprojekte ist es, Menschen mit psychischen Problemen in den Arbeitsmarkt zu integrieren.








