Dubioser Geschäftsführer wegen Betrugs verhaftet
Steirer soll als Geschäftsführer einer italienischen Firma in ganz Österreich Holz von Lieferanten bestellt haben. Gezahlt wurde nur ein Teil. Es ist ein Schaden in der Höhe von 250.000 Euro entstanden.

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauDas Holz wurde nie bezahlt
Wegen des Verdachts des schweren Betruges wurde in der Nacht auf gestern der Obersteirer Manfred H. (68) verhaftet. Von 2006 bis Jänner 2008 war der Steirer Geschäftsführer einer italienischen Handelsfirma, die vor allem in Kärnten und der Steiermark Schnittholz und andere Holzprodukte eingekauft hat. Heuer im Frühjahr wurde das Unternehmen, das zuerst in Parma und danach in Rom ansässig war, aus dem italienischen Firmenregister gestrichen und von einer britischen Limited-Firma übernommen.
Weil eine oberösterreichische Firma Anzeige erstattet hat, wurden nun die Machenschaften der italienischen Firma bekannt. Regelmäßig wurden von selbstständigen Einkäufern bei österreichischen Holzproduzenten Lieferungen gegen Teilvorauszahlungen in Anspruch genommen, ab Sommer 2008 aber keine Zahlungen mehr getätigt. Und das, obwohl die Firma laut dem Fachverband österreichischer Holzhändler zu den drei Prozent der Unternehmen in Italien mit der höchsten Bonität gezählt wurde.
"Derzeit wissen wir von elf Geschädigten in ganz Österreich. Es ist nicht auszuschließen, dass es noch weitere Betroffene gibt", erklärt Ermittlungsleiter Rudolf Wölkart von der Kriminalaußenstelle Niklasdorf. Der bisher bekannte Gesamtschaden beläuft sich auf mehr als 250.000 Euro. Der 68-jährige Geschäftsmann und ehemalige Vizebürgermeister einer Gemeinde im Bezirk Leoben, dessen Festnahme von der Staatsanwaltschaft Leoben angeordnet wurde, ist sich keiner Schuld bewusst.
Pro-forma-Geschäftsführer
Bei seiner Einvernahme sagte er, dass er für einen langjährigen Geschäftspartner nur pro forma den Geschäftsführer gemacht habe. Über die Konten habe er nicht verfügt und er sei auch nicht für Geldflüsse zuständig gewesen. Gegen ein monatliches Honorar bestand seine Aufgabe darin, Dokumente ohne nachzuprüfen zu unterzeichnen. Bereichert habe er sich aber in keiner Weise. Die Entscheidung, ob über den Steirer die Untersuchungshaft verhängt wird, fällt erst.
Geschädigte können sich bei der Außenstelle des Landeskriminalamtes Steiermark unter Tel. 059 133 6325-200 melden.








