Ehe-Gelübde gilt auch auf dem Fußballplatz
Am Freitag startet der DSV Leoben in die Regionalliga. Coach Dejan Stankovic gibt eine Vorschau.

Foto © GEPA/SujetCoach Dejan Stankovic
Das 1:3 im Cup gegen den GAK - eine verpatzte Premiere? DEJAN STANKOVIC: Auf keinen Fall. Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass das für uns ein Lernprozess ist. Wie in der Schule, wo du siehst: Das kann ich und das noch nicht. Wir trainieren erst kurz, ich bin sogar positiv überrascht, wie wir aufgetreten sind.
Was kann man, und was kann man noch nicht? STANKOVIC: Spielerisch waren wir sogar einen Tick besser, aber das Zweikampfverhalten muss noch aggressiver und die Umsetzung zwischen Defensive und Offensive noch schneller werden. Am meisten fehlt Routine, aber die kann man nicht lernen.
Was ist für den DSV heuer in der Regionalliga drinnen? STANKOVIC: Der Klassenerhalt. Jedes andere Ziel wäre utopisch. Der DSV steckt heuer in seiner schwierigsten Periode. Die müssen wir überstehen, dann können wir angreifen. Keiner will in der Regionalliga bleiben, aber zaubern kann auch keiner.
Säumel, Friess, Hiden und Kanneh sind ohne Klub und noch beim DSV gemeldet. Rechnen Sie mit Verstärkung? STANKOVIC: Wenn von denen jemand zu uns stößt, wäre das schön. Bis jetzt habe ich aber nichts von ihnen gehört.
Wie viele Fans erwarten Sie beim Heimauftakt des DSV am Freitag gegen St. Veit? STANKOVIC: 400 bis 500. Jeder, der sich für den Fußball in Donawitz interessiert, ist jetzt gefordert.
Warum sollte jemand ausgerechnet nach dem Abstieg den Weg ins Stadion finden? STANKOVIC: Man sollte, wie in einer Ehe, in guten und schlechten Zeiten zueinander halten. Wir starten ganz neu. Mit einer extrem jungen Mannschaft, bei der bis auf zwei Spieler alle aus der Region kommen, die meisten sogar aus dem Bezirk. Jeder soll sich selbst ein Bild machen, um mitreden zu können.
Was erwartet die Fans? STANKOVIC: Ein offensives Spiel mit schönen, schnellen Kombinationen, viel Laufarbeit und Kampfgeist. Zumindest werden wir das versuchen, zu zeigen.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Richard Niederbacher? STANKOVIC: Bestens. Wieso? Wir telefonieren 20 Mal am Tag. Jeder hat seine Aufgaben. Und wenn ein Richie Niederbacher einem jungen Spieler auf dem Platz zeigt, wie das Schießen geht, muss der sowieso so dankbar sein, dass er in die Kirche geht.
Wie oft ist Ihnen seit dem Amtsantritt die frühere Entlassung vor laufenden Kameras durch den Kopf gegangen? STANKOVIC: Ich habe andere Sorgen, aber diese Geschichte wird mich mein Leben lang begleiten.








