Der Schatz des Meeres offenbart die Seele
Erika Hovanyi, Künstlerin und Kunsterzieherin aus Leoben, stellt in Frankreich und ab morgen auch in Graz aus. In erster Linie hat sie sich der Malerei und der Textilkunst verschrieben.

Foto © PrivatFür die Ausstellung in Frankreich hat Hovanyl "Tresor de la mer" kreiert
Farbenprächtig öffnet sich der Schatz des Meeres dem Betrachter: "Tresor de la mer" nennt sich die Mini-Muschel aus Filz, die die bildende Künstlerin Erika Hovanyi aus Leoben für die neunte Internationale Triennale für Mini-Textilien im französischen Angers gestaltet hat.
Klare Themen. "Die Arbeiten für diese Ausstellung sind an ein bestimmtes Thema gebunden. Dieses Mal steht die Triennale unter dem Titel ,Avec ou sans eau', also ,Mit oder ohne Wasser", erklärt Hovanyi. Eine Auflage: Das Minitextil-Kunstwerk darf nicht größer als zwölf Zentimeter sein: "Bei meiner Arbeit sind die Perlen der Muschel außen, und nicht innen, wie in der Natur." Hovanyi ist eine von insgesamt 64 internationalen Künstlern, die ihre Arbeiten bei der Ausstellung in Angers präsentieren dürfen: "Die Künstler kommen von überall her, sogar aus Japan." Ausgewählt wurde im Vorfeld unter mehr als 700 eingereichten Kunstwerken.
Sammelausstellung. Beim International Textile Symposium, das morgen im Grazer Raiffeisenhof eröffnet wird, stellt die aus Ungarn stammende Künstlerin auch aus: "Es ist eine Jubiläumsveranstaltung für das 25-jährige Bestehen des Symposiums. Jedes Jahr stellen nur zehn Künstler aus, und jeder darf nur ein einziges Mal teilnehmen." Bei dem Symposium sind alle Künstler, die im Laufe der vergangenen 25 Jahre ausgestellt haben, vertreten. Und im März nahm Hovanyi an einem weiteren Symposium im ungarischen Bekes teil.
Auch Acryl und Leindwand. Hovanyi kreiert nicht nur textile Kunst: "Momentan male ich sehr viel Acryl auf Leinwand. Für mich spielen Ausgewogenheit von Komposition und Ausdruck sowie Farben die Hauptrolle." Eine tragende Rolle habe das haptische Erlebnis, das sich beim Bearbeiten der Werkstücke ergebe. Wenn ein Bild "klappe", sei das wie eine seelische Befreiung: "Manchmal ist der Anfang schwierig, manchmal der Abschluss. Wenn man den Schlusspunkt nicht richtig setzt, ist das Bild kaputt." Ihr künstlerisches Schaffen sei sehr von der jeweiligen Stimmung abhängig: "Ich habe einen Vorteil, weil ich mit verschiedenen Werkstoffen arbeite. Ich habe die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Arbeiten zu wechseln."
Ähnliche Kultur. Hovanyi lebt seit 30 Jahren in Österreich: "Ich fühle mich sehr wohl hier. Die ungarische Kultur ist der österreichischen sehr ähnlich. Die Ungarn diskutieren übrigens sehr intensiv über Kunst."
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Kommentar
Zur Person
Erika Hovanyi, geboren 1953 in Nyiregyhaza in Ungarn.
Nach der Matura Studium an der Pädagogischen Hochschule.
1976: Diplom aus Bildnerischer Erziehung und Geografie.
Lehrtätigkeit bis 1980.
1975 bis 1979: Gründungs- und Vorstandsmitglied des Tuzserer Sommerseminars junger schaffender Kunsterzieher.
1980: Übersiedlung, Österreich.
Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei den Professoren Ferdinand Welz, Franz Xaver Ölzant und Josef Schulz (1983 bis 1989).
Abschluss als Magister Artium.
Seit 1989 Kunsterzieherin am BG/BRG Leoben I.








