Wahlzeit für die steirischen Studenten
Nach der umstrittenen E-Voting-Woche beginnt am Dienstag die "papierene" ÖH-Wahl. Die Themen Beihilfen und Studieneingangsphase sollen möglichst viele Studenten zu den Urnen locken.

Foto © KLZ DIGITAL/Scheriau40.599 steirische Studenten sind vom 26. bis 28. Mai berechtigt, ihre Stimme für die Interessenvertretung abzugeben
Es ist ein wahrer Plakatdschungel, durch den man sich derzeit rund um die Universitäten kämpfen muss. Denn hier wird nicht nur, wie im Rest des Landes, für die EU-Wahl geworben. Gleichzeitig befinden sich die Unis auch im Wahlkampf um die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH).
40.599 steirische Studenten sind vom 26. bis 28. Mai berechtigt, ihre Stimme für die Interessenvertretung abzugeben. Und das ist, einmal abgesehen von den vielen unterschiedlichen Fraktionen, nicht ganz einfach. Wählen die Studenten doch alle zwei Jahre gleichzeitig ihre direkte Studienvertretung (Personenwahl) als auch die übergeordnete Universitätsversammlung (Listenwahl). Diese wiederum entsendet im Anschluss Mandatare in die Bundesvertretung, die als das bundesweite Studentenparlament gesehen werden kann.
Heiße Eisen. Und auch die Themen in dieser Wahl sind vielfältig. Trotz prinzipieller Abschaffung der Studiengebühren im vergangenen Jahr sind diese dennoch ein heißes Eisen im Wahlkampf. Eine generelle Aufhebung derselben wird gefordert, unabhängig von Zweitstudium und undurchsichtigen Fristen. Neben einer Überarbeitung des Beihilfensystems stehen auch die Überlegungen zur geplanten Studieneingangsphase ganz oben auf der Liste der studentischen Politiker. Sie solle zur Orientierung genützt werden können und nicht dazu dienen, Studenten durch "Rauswurf-Prüfungen" aus dem Studium zu entfernen.
Begrenztes Interesse. Doch obwohl diese Themen sehr nah am Leben der Studenten orientiert sind und sich die Betroffenen wahrlich nicht über mangelnde Information beschweren können, hält sich die Wahlbeteiligung seit Jahren in Grenzen. Österreichweit lag sie bei der vergangenen Wahl im Jahr 2007 um die 30 Prozent. Überdurchschnittlich viel wurde jedoch in Leoben und an der Kunstuniversität Graz gewählt. In Leoben lag die Wahlbeteiligung bei 44 Prozent. Fast die Hälfte der Kunststudenten wagte den Weg zur Urne. "Heuer wird der Prozentsatz nicht so hoch ausfallen", prognostiziert Sabine Hanner von der Kunstuni Graz, an der heuer nur die Liste "Delphin und Drache" antritt. Erstmals sind auch die Studierenden der interuniversitären Studiengänge Toningenieur und Musikologie an der Kunstuni wahlberechtigt. "Aber die werden nur an ihrer Stammuni wählen", bedauert Hanner, dass so Wähler, die nur einmal wählen, auch im Wählerverzeichnis der Kunstuni aufscheinen.
An der Montanuni haben die Studenten schon im Vorfeld ihr Interesse bewiesen. Unter den österreichweit 2161 Internetwählern, die bereits in der letzten Woche ihre Stimme per E-Voting abgegeben haben, findet sich ein hoher Anteil an Leobener Studenten.
Donnerstagabend. Die Auszählung der gesamten Stimmen erfolgt Donnerstagabend. Dann wird man sehen, wer heuer das Rennen für sich entscheidet. Bundesweit konnte 2007 vor allem die bürgerliche Aktionsgemeinschaft (AG) mit dem steirischen Spitzenkandidaten Samir Al-Mobayyed punkten. In der Steiermark hatten die Fachschaftslisten die Nase vorn. Der "Verlierer" der letzten ÖH-Wahl, sowohl bundesweit als auch in der Steiermark, war der VSStÖ (sozialistische Studenten). Für heuer ist noch alles offen.
Features
Wahl Zahlen
Die ÖH-Wahl hat bereits in der letzten Woche mit E-Voting begonnen. 2161 Studenten haben bereits ihre Stimme abgegeben.
Von 26. bis 28. Mai findet die Papierwahl statt.
In der Steiermark sind 40.599 Studenten an den fünf heimischen Universitäten stimmberechtigt.
Österreichweit betrifft die Wahl 230.749 Studenten, verteilt auf 21 Universitäten.











