Muhr will keine Fan-Strafen
In der Vorwoche platzte sein Kragen, heute fehlt der DSV-Kapitän.

Foto © GEPADa war`s passiert: Schiedsrichter Roland Braunschmidt schickte Bernd Muhr mit Rot vom Feld
Bernd, der DSV Leoben gastiert heute bei den Salzburg Amateuren. Sind Sie mit im Stadion oder nur vor dem TV-Gerät dabei?
BERND MUHR: Ich bin zwar gesperrt, mache die Reise mit der Mannschaft aber mit.
Ihr Ausschluss in der Vorwoche wegen "Zuschauer-Beleidigung" sorgt für Diskussionen. Ist der Zorn schon verraucht?
MUHR: Eigentlich ja. Ich weiß, es war eine Blödheit von mir. Das darf und wird mir nicht mehr passieren.
Auch wenn es verständlich war. . .
MUHR: Ich verstehe halt nicht, dass Fans die eigene Mannschaft beschimpfen. Wir haben ja 2:1 geführt und waren nicht 0:5 hinten. Ich wurde auch nicht arg beschimpft, aber in der 92. Minute waren wir echt am letzten Zacken, und da ist mir einfach der Kragen geplatzt. Als Kapitän kenne ich viele Hintergründe und weiß, wie es dem Verein geht. Da bin ich derzeit vielleicht etwas sensibler.
Schiedsrichter-Beobacher war Gerhard Kapl. Was hat er dazu gesagt?
MUHR: Er hat die Beschimpfungen auch gehört. Mein Pech war, dass es in dem Moment, wo ich zurückgeschrien habe, im Stadion gerade mucksmäuschenstill war. Fünf Sekunden früher - und keiner hätte es gehört. Das hat auch Kapl bestätigt.
Sie sind mit einem Spiel Sperre mit der Mindeststrafe davongekommen. . .
MUHR: Beim Strafsenat haben sie wegen der Geschichte ziemlich geschmunzelt. Und bitte: Das war meine erste Rote in Österreich überhaupt! Nur im Uefa-Cup mit dem Lask in Bukarest wurde ich einmal ausgeschlossen.
Sollte es Strafen oder Verbote für die Störenfriede geben?
MUHR: Nein, die Fans sollen nur ein bisschen mehr denken, uns positiv begleiten und unsere Leistung honorieren.
Wie wird es beim DSV jetzt weitergehen?
MUHR: Wir sind voll motiviert und wollen über dem Strich bleiben. Dann hätten wir sportlich den Abstieg verhindert, auch wenn er wirtschaftlich leider unabwendbar ist. Ich appelliere an Politik und Wirtschaft, zu helfen, denn in der Regionalliga wird es finanziell nicht leichter.
Bleiben Sie in Leoben?
MUHR: Ich kann mir vorstellen, auch in der Regionalliga beim DSV zu spielen. Ein Weg wie beim GAK muss unser Ziel sein.








