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    Zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 um 17:29 UhrKommentare

    "Je länger Asylwerber hier sind, desto größer ist ihre Hoffnung"

    Kamdem Mou Poh a Hom erzählte in Göss über sein Leben als afrikanischer Flüchtling in Österreich und seine Arbeit als Flüchtlingsbetreuer.

    Kamdem Mou Poh a Hom erzählte in Göss über sein Leben als afrikanischer Flüchtling in Österreich

    Foto © Andreas SchöberlKamdem Mou Poh a Hom erzählte in Göss über sein Leben als afrikanischer Flüchtling in Österreich

    Hier in Österreich arbeiten oder hier in Österreich leben zu dürfen, sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe", bemerkt der Afrikaner Kamdem Mou Poh a Hom bei seinem Vortrag im Pfarrsaal Göss. Das österreichische Gesetz unterscheide mittlerweile zwischen 15 verschiedenen Kategorien von Menschen mit unterschiedlichem Status: "An erster Stelle stehen die mit einer österreichischen Staatsbürgerschaft. Dann kommen die Bürger aus EU-Staaten. An dritter Stelle Menschen aus Ländern außerhalb der EU, die mit einem Österreicher verheiratet sind", führt Mou Poh a Hom aus. An allerletzter Stelle in dieser Hierarchie kämen die Asylwerber: "Sie haben de facto überhaupt keinen Status. Sie haben nichts, dürfen nichts. Sie sind moralisch tot."

    Restriktive Gesetze. Als Asylwerber brauche man eine ganze Menge Glück, meint Mou Poh a Hom: "Die Gesetze sind sehr restriktiv und sind jetzt noch strenger geworden. Ich hatte zum Glück einige Fürsprecher, als ich selbst als Flüchtling nach Österreich gekommen bin." Er habe unbedingt in seinem Beruf als Journalist arbeiten wollen: "Aber ich habe natürlich noch kein Deutsch gesprochen. Also habe ich meine Texte auf Englisch oder Französisch geschrieben und sie wurden für die Zeitung übersetzt." So sei er zuerst in diesem Metier an sprachliche Grenzen gestoßen. Es folgten Jobs als Lagerarbeiter, am Fließband. "Dann habe ich mich bei der Zeitschrift Megaphon engagiert, zuerst habe ich Beiträge geschrieben. Später war ich vier Jahre lang Verkaufsleiter."

    Afrika-Zentrum. Im Jahr 2001 wurde Mou Poh a Hom Geburtshelfer des Afrika-Zentrums in Graz - eine Institution mit einem inzwischen breiten Spektrum an Unterstützung für Asylwerber.

    Berechtigte Frage. "Flüchtling zu sein ist in Österreich leider sehr negativ behaftet. Die erste Frage ist immer, warum man von zuhause weggegangen ist." Eine berechtigte Frage, wie er einräumt, wenn man bereit sei, in die Tiefe zu gehen und der persönlichen Situation eines Flüchtlings auf den Grund zu gehen: "Man merkt genau, dass die Asylwerber immer aus jenen Ländern kommen, wo es gerade brennt. Momentan aus Afghanistan, Tschetschenien, dem Irak, Kongo oder Nigeria. Der größte Anteil sind Leute, die aus politischen und religiösen Gründen flüchten mussten." Aber auch Flucht aus Gründen der Armut sei ein wichtiges Thema. Besonders die Situation von Frauen sei manchmal äußerst dramatisch.

    Verschärfte Gesetzeslage. In den vergangenen Jahren habe die verschärfte Gesetzeslage dazu geführt, dass sich die Zahl der Asylwerber stark verringert hat. Das eben erst im Nationalrat beschlossene Asylgesetz werde die Zahl erneut zurückschrauben: "Das Problem sind alte Fälle. Es gibt 25.000 bis 30.000 Menschen, die bis zu 15 Jahre auf ihren Bescheid warten müssen." Auf die Frage, warum das so sei, antwortet Mou Poh a Hom: "Die Gesetzeslage ändert sich ständig, es gibt zu wenig Personal in Behörden. Außerdem sind die gesellschaftlichen Strukturen überfordert. Österreich hat sich nie darauf vorbereitet, diese Fälle zu bearbeiten, weil auch lange Jahre weg geleugnet wurde, dass Österreich ein Einwanderungsland ist."

    Humanitäres Bleiberecht. Es folgt ein Plädoyer für ein humanitäres Bleiberecht für jene, die seit Jahren hier leben: "Je länger sie hier sind, desto größer wird die Hoffnung. Es kann nicht sein, dass Familien entwurzelt werden, deren Kinder mit der deutschen Sprache aufgewachsen sind und in die Schule gehen." Er würde sich auch einheitliche Regelungen des Asylrechts in der EU wünschen.

    ANDREAS SCHÖBERL

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    Andreas SchöberlKlare Worte von Andreas Schöberl

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