Schubhaftzentrum Leoben: "In den Rücken gefallen"
Seine positiven Aussagen zum Thema Schubhaftzentrum in Leoben handeln Wirtschaftskammerobmann Hans Mocharitsch heftige Kritik ein.

Foto © kk/ArchivbildHans Mocharitsch, Obmann der Wirtschaftskammer Leoben
Mit äußerst harscher Kritik reagiert FP-Gerd Krusche auf die jüngste Stellungnahme von Hans Mocharitsch, Obmann der Wirtschaftskammer Leoben, zum Thema Schubhaftzentrum. "Wenn in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten der Hinweis auf angeblich positive Aspekte eines solchen Zentrums das Einzige ist, was dem Frontmann der heimischen Wirtschaft zur Bekämpfung der Krise einfällt, dann muss man sich wirklich ernsthafte Sorgen um die Zukunft machen", wettert Krusche.
"Schleierhaft". Wie Mocharitsch auf die Zahl von 200 zusätzlichen Beamten komme, sei ihm schleierhaft, so Krusche: "Bisher wurde eine Zahl von 50 Polizeibeamten kolportiert. In weiterer Folge redet Mocharitsch von daraus resultierenden zusätzlichen 600 Personen und davon, dass damit auch das Problem des Bevölkerungsschwundes gelöst sei." In Wahrheit hätten etliche Bewohner der Bürgerwaldsiedlung angekündigt, wegziehen zu wollen, sollte das Schubhaftzentrum gebaut werden: "Also nicht so gut für die Bevölkerungsentwicklung. Außerdem hätten unvermeidliche negative Schlagzeilen durch ein Schubhaftzentrum einen Imageschaden für Leoben zur Folge." Die Schaffung von Arbeitsplätzen sei viel besser und für die Stadt verträglicher, wenn man gezielt innovative Klein- und Mittelbetriebe schaffen könne, führt Krusche weiter aus. Mocharitsch nehme überdies die Sorgen und Bedenken der Anrainer nicht ernst.
Offener Brief. Auch Walter Reiter, der sich von Anfang gegen das Schubhaftzentrum stark gemacht hatte, spart nicht mit Kritik am Wirtschaftskammer-Obmann, und zwar in einem offenen Brief. Mocharitsch sei mit seinen positiven Äußerungen zum Thema Schubhaftzentrum der Leobener Bevölkerung "in den Rücken gefallen": "Ich wage zu behaupten, dass kein einziger Händler in Leoben vom Innenministerium einen Auftrag bekommen wird, weil die kleinen Händler mit den großen Konzernen nicht mithalten können. Die Konzerne drücken die Preise nach unten, damit sind alle unsere Händler aus dem Rennen", meint Reiter.
Abwanderung. Wenn das Schubhaftzentrum in die Montanstadt komme, würden sicherlich wieder sehr viele Menschen weg ziehen, befürchtet Reiter. In den Aussagen Mocharitschs ortet Reiter klares unternehmerisches Eigeninteresse: Die "Werbung" Mocharitschs für das Schubhaftzentrum könne nur eine Eigenwerbung für ihn als Unternehmer sein, weil er sich vom Innenministerium "einen fetten Auftrag" erhoffe.







