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Zuletzt aktualisiert: 17.06.2011 um 08:38 UhrKommentare

4828 Kilometer bis ins Ziel

Christoph Strasser liegt beim Race Across America gut im Rennen. Wie 2008 - damals landete der Kraubather allerdings auf der Intensivstation.

Foto © kk

Christoph Strasser ist einer von der hartgesottenen Sorte. Beim Race Across Slovenia, wo er sich nach 900 nonstop gefahrenen Kilometern einbildete, im Aufzug auf und ab zu fahren, konnte er zuletzt nur mit Mühe zu einer Pause überredet werden. Seine zwei Weltmeistertitel über die Ultramarathondistanz holte er natürlich auch nicht im Vorbeigehen. Und um seinen Start beim Race Across America (RAAM) zu finanzieren, werkte er als Fahrradbote in Graz. Im Winter. Bis zu zwölf Stunden, auch bei minus zehn Grad. Das RAAM, zu dem er am Mittwoch in Oceanside aufgebrochen ist, wird ihn alle bisherigen Strapazen vergessen lassen, glaubt er. Knapp 5000 Kilometer von der West- zur Ostküste der USA sind abzuspulen. Beinahe schlaflos. Strasser fühlte sich vor dem Start "gut, locker, zuversichtlich".

Vom Rad gehoben

Beachtlich, wenn man bedenkt, wie es dem 28-Jährigen 2008 erging. In den Rocky Mountains lag er auf Rang drei. Nachdem er stundenlang Blut gespuckt hatte, hoben ihn seine Betreuer vom Rad. Er bekam nicht viel davon mit. "Nach vier Tagen bist du in einem Zustand, wo du nichts mehr entscheiden kannst", erzählte er. Im Spital diagnostizierte man ein Lungenödem, Strasser landete auf der Intensivstation. Von 10.000 Euro Spitalskosten erhielt er 570 retour. Mit ein Grund, warum er 2009 beim RAAM passen musste und heuer fast am 35.000-Euro-Budget scheiterte.

Der Sieger wird nach acht bis neun Tagen im Ziel sein. Strasser tippt auf Gerhard Gulewicz (OÖ) oder Marko Bahlo (SLO). Nach 700 Kilometern lag Strasser gestern Kopf an Kopf mit Bahlo vorne. Sieg-Chancen? "Ich träume davon", sagte er vor dem Start. "Als Ziel würde ich es aber nicht ausgeben. Da kannst du nur verlieren." Strasser ernährt sich von 24 Litern Flüssigkeit und 15.000 Kalorien pro Tag. In der Wüste hat es bis zu 50 Grad – im Schatten. "Als wenn dir wer einen heißen Föhn an den Kopf hält", meinte ein Betreuer. Nur ganz Hartgesottene sehen das Ziel...

Alois Leitenbauer

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