Anrainer erbost über Rauch
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Eisenerz gingen die Wogen hoch: Anrainer wollten von AluMelt-Chef Helmut Wulz wissen, warum es ständig zu Geruchsbelästigungen kommt.

Foto © BirnbaumVerärgerte Anrainer hatten Montagabend auch Bilder mit, auf welchen die Rauchentwicklung zu sehen ist
Bis auf den letzten Platz war der Sitzungssaal bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Eisenerz gefüllt. Der Grund: Anrainer des Aluminiumumschmelzwerks AluMelt im Industriegebiet im Münichtal wollten ihrem Ärger über Geruchsbelästigungen und gesundheitlichen Problemen Luft machen. "Ich weiß, wir müssen einiges klarstellen, und ich bin auch hier, um um Entschuldigung zu bitten, weil es zu Belästigungen gekommen ist", erklärte Helmut Wulz, Geschäftsführer und Gesellschafter von AluMelt. Gekommen war er Montagabend, um Fragen zu beantworten.
Krätzebrand
Wulz sprach den jüngsten "Störfall" an, der Sonntagnachmittag für Rauchentwicklung, Kratzen im Hals, brennende Augen und Unwohlsein bei Anrainern geführt hatte. "Ja, es ist zu einer katastrophalen Rauchentwicklung gekommen, weil wir leider wieder einen Krätzebrand hatten", so Wulz. Krätze entsteht bei der Herstellung und Veredelung von Aluminium. Problematisch ist allerdings, dass Krätze besonders gut mit Sauerstoff regiert und so zur Selbstzündung neigt.
Anrainer wie Manfred Muhrer, Johanna Bachler, Gisela Winter und die VP-Gemeinderätin Beate Likosar zählten ihre akribisch geführten Aufzeichnungen über die Belästigungen auf und erklärten vehement, dass es so nicht weitergehen könne "Wir wollen einfach, dass es aufhört. "Ich bitte sie wirklich um Verständnis. Wir sind noch im Versuchsbetrieb, haben Materialien verändert, weil wir Probleme hatten", versuchte Wulz zu beruhigen, der sich wünscht, "dass die Eisenerzer stolz auf uns sind".
Gestern erklärte er noch: "Wir verstehen uns als Hochtechnologie-Unternehmen und Recycling-Pionier für Aluminium. Aufgrund der ständigen Verbesserung unserer Abläufe sowie dem Einbau aller behördlich vorgeschriebenen Filter wurde die Wahrscheinlichkeit für derartige Emissionen weitgehend minimiert."







