Als Topmanager stets auf der Überholspur
Otto Lindner (63), gebürtiger Eisenerzer, war Jahrzehnte lang Topmanager in der Autoindustrie. Zuletzt war er Chef von Volkswagen Mexiko.

Foto © PrivatOtto Lindner (63) ist gebürtiger Eisenerzer. Der Ex-Chef von VW Mexiko hielt nun an der HAK Eisenerz einen Vortrag
Otto Lindner kehrte nach acht Jahren als Vorstandsdirektor an der Spitze von Volkswagen Mexiko wieder nach Europa zurück. Der gebürtige Eisenerzer hat mit seinen 63 Jahren eine wahrlich beeindruckende Karriere in der Automobilbranche hinter sich (siehe Infokasten rechts).
Nun stattete der Topmanager der HAK Eisenerz einen Besuch ab und gab Einblicke in sein Berufsleben. Lindner war Chef von 17.000 Mitarbeitern: "Volkswagen Mexiko hat einen Jahresumsatz von acht Milliarden Euro. Erzeugt werden pro Jahr 500.000 Fahrzeuge für den Weltmarkt", so Lindner.
Er wagte den Sprung über den Atlantik im Jahr 2004: "Zu diesem Zeitpunkt war ich 56 Jahre alt. Es war natürlich eine wichtige Entscheidung, mit welcher Aufgabe ich mein Berufsleben abschließen soll." Es sei eine große Umstellung, aber auch eine tolle Herausforderung gewesen: "Die Sprache war neu, und meine Frau und ich hatten bis dahin überhaupt keine Lateinamerika-Erfahrungen." Rückblickend sei es eine gute Entscheidung gewesen, nach Mexiko zu gehen: "Das Land und seine Kultur sind faszinierend und Mexiko wird uns den Rest unseres Lebens verfolgen." Im positivsten Sinne, versteht sich. Er werde auch in Zukunft oft in Mexiko sein, meint Lindner: Verbindende Aktivitäten mit Europa und Wirtschaftsförderung seien ihm ein großes Anliegen. Auch auf die Aus- und Weiterbildung von Menschen habe er in seiner gesamten beruflichen Karriere ein Hauptaugenmerk gelegt. Lindner war und ist ein gefragter Referent und hatte zahlreiche Lehraufträge an Universitäten.
In Mexiko arbeitete Lindner in Puebla, einer Stadt mit zwei Millionen Einwohnern: "Sie liegt auf 2300 Metern Seehöhe am Hochplateau von Mexiko. Das Klima ist sehr angenehm und gleichmäßig. Nicht zu heiß, aber immer viel Sonne." Viele Leute würden Mexiko zuerst mit Strand und Meer verbinden: "Tatsache ist, dass ein Großteil der Bevölkerung auf dem Hochplateau von Mexiko lebt."
Alles, was Spaß macht
In seinem Job sei die Leidenschaft und die Faszination Automobil immer dabei gewesen: "Ich habe immer 60 bis 70 Stunden in der Woche gearbeitet, war ständig unterwegs, permanent auf Transatlantikflügen. Meine Frau würde sicher sagen, dass ich in Mexiko zu wenig Zeit gehabt habe." Besonders oft sei er auch in China gewesen. Ausgleich zu seinem Beruf habe er in seinem Garten gefunden: "Und in der Natur, ich gehe gerne nach draußen. Alles, was mit Bewegung zu tun hat, war ein perfekter Ausgleich für mich." Nun sei er seit drei Monaten wieder in Europa: "Wohnen werden wir in Süddeutschland. Aber wir kommen sicher oft auch in die Steiermark." Besonders gerne fahre er in die Südsteiermark und nach Graz. Jetzt, in seiner Pension, wolle er alles machen, was Spaß macht, betont Lindner: etwa Laufen, Radfahren oder Lesen. "Worauf ich mich besonders freue, ist das Berggehen bei richtig schönem Wetter. Das ist in Mexiko nicht möglich."
Spaß habe ihm auch gemacht, mit den Schülerinnen und Schülern der HAK Eisenerz auf Tuchfühlung zu gehen: "Ich möchte den Jugendlichen und Maturanten klar machen, dass sie viel mehr selbst entscheiden und ihrem Instinkt vertrauen sollen. Außerdem sollen sie das, was sie tun, mit Freude tun", hebt Lindner hervor. Nur wer Spaß an seiner Arbeit habe, könne erfolgreich sein.
Features
Kommentar
FAKTEN
Otto Lindner, 63, geboren in Eisenerz.
HTL in Graz, danach Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Karl Franzens Uni Graz.
Sechs Jahre Voestalpine Linz.
Verantwortlich für die Logistik beim Aufbau der Motorenwerke in Steyr - neun Jahre lang.
Wechsel nach München in die Zentrale von BMW.
Zehn Jahre lang Werksleiter des Audi-Werks in Neckarsulm, danach Werksleiter des Audi-Stammwerks in Ingolstadt.
2004 Wechsel zu VW Mexiko als Vorstandsvorsitzender.
17.000 Mitarbeiter, Jahresumsatz acht Milliarden Euro.
Produktion: 500.000 Fahrzeuge pro Jahr für den Weltmarkt.









