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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2011 um 20:44 UhrKommentare

Das Rodeo wird zur Hasenjagd

Beim Red Bull Hare Scramble ist am Sonntag Geschwindigkeit kein Thema. Kletterkünste sind gefragt. Thaddy Blazusiak, der vierfache Champion, wird ab 12 Uhr zum Gejagten.

Foto © GEPA

Den Begriff "Hare Scramble" könnte man mit "Hasenklettern" übersetzen. Veranstalter Karl Katoch spricht lieber von einer "Hasenjagd". Gejagt wird der Vorjahressieger. Am Sonntag, wie schon in den letzten drei Jahren, also Thaddy Blazusiak. Wobei sich das Jagen schnell relativieren wird. Zur Erinnerung: 2010 blieben 484 Piloten auf der Strecke, nur 16 sahen das Ziel.

"Viel zu viele", wie Veranstalter Karl Katoch meint. Er träumt von einer noch brutaleren Auslese: "Wir brauchen zwar einen Sieger, ein Zweiter und Dritter sind aber nicht nötig." 16 Fahrer im Ziel waren 2010 Negativrekord. Katoch verspricht, dass man diesen am Sonntag noch einmal nach unten schrauben wird.

Weltmeisterliches Rodeo

Einen Weltmeistertitel für den Sieger, wie 2010 geplant, wird es trotzdem nicht geben, weil mit dem Internationalen Verband keine Einigung erzielt werden konnte. "Das Hare Scramble macht sich seine Weltmeister aber sowieso selbst", sagt Katoch. An Beispielen mangelt es tatsächlich nicht. Cyril Depres hat zuerst das Hare Scramble gewonnen, danach ließ er sich zum Dakar-Sieger ausrufen. Chris Pfeiffer schaffte am Erzberg den Durchbruch, kurz danach war er Stuntweltmeister. David Knight holte sich ebenfalls ein Jahr nach seinem Sieg beim Hare Scramble den ersten WM-Titel. Und die Geschichte von Blazusiak, der mit einer schrottreifen Maschine vor vier Jahren auf dem Erzberg aufgetaucht war und seitdem jedes Rodeo gewann, ist ohnehin sattsam bekannt. Zur Zeit ist der Pole das Maß aller Dinge im Extrem-Enduro-Sport.

Wer den "Eisenmann" jagen will, muss die Schwerkraft noch besser überlisten als er. Ein Kunststück, auch für die Weltklassefahrer, die zusammen mehr als 30 Weltmeistertitel geholt haben. Es gilt, sich über Hindernisse zu "zaubern". Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den 24 Kilometern beträgt dabei weniger als 20 km/h. "Über die metertiefen Felsspalten musst du springen - oder klettern", sagt Katoch. Wie ein Hase eben ...

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