Eisenerz: Kein Handel mit Internet-Adressen
Premiere im Eisenerzer Gemeinderat: Einstimmige Ablehnung des Kaufs einer zum Preis von 306 Euro angebotenen Redesign-Internetadresse.

Foto © Erwin Scheriau/Sujet
Bei der Abarbeitung der 36 Tagesordnungspunkte der jüngsten Eisenerzer Gemeinderatssitzung herrschte überwiegend Einstimmigkeit unter den vier im Gemeinderat vertretenen Parteien. Und doch kam es bei der Sitzung zu einer seit Jahren nicht mehr da gewesenen Premiere: Die einstimmige Ablehnung eines Tagesordnungspunktes. Dabei ging es um den Kauf der Internetadresse "www.redesign-eisenerz.at".
Diese war vom Eisenerzer Verein Xline gekauft worden, "um sie für regionale Interessen zu reservieren", wie es in dem Antrag hieß. Um 306 Euro bot der Verein die Adresse nun der Stadtgemeinde Eisenerz zum Kauf an. Begründet wurde der vom Stadtrat eingebrachte Antrag damit, dass es "für das Projekt sehr negativ sei, wenn ein - dem Projekt nicht gut gesinnter - Interessent diese erwirbt". Weiters heißt es, dass durch "projektschädliche Inhalte die bereits sensiblen Themen in deren Umsetzung gefährdet werden könnten".
Dagegen
"Wir sind dagegen, weil hinter Xline ein der Gemeinde nahestehender Verein steht. Man könnte von Insiderwissen sprechen", erklärte VP-Vizebürgermeister Gottfried Zagorz gleich nach der Antragstellung - ohne auf die Verbindungen des Vereins zur Gemeinde einzugehen. Und auch SP-Bürgermeisterin Christine Holzweber erläuterte, dass ihre Fraktion dem Antrag auch nicht zustimmen werde.
"Das wäre ein Fass ohne Boden, dann müssten wir alle redesign-Adressen kaufen", meinte Stadtrat Christian Berger. "Wir brauchen die Adresse nicht, sondern verlinken das auf unserer Eisenerz-Homepage", brachte es Finanzstadtrat Horst Linschinger auf den Punkt. mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, KPÖ und Freiheitliche wurde der Antrag einstimmig abgelehnt.








