Nordisches Zentrum bangt um die Zukunft
Krisengipfel in Eisenerz: Das Nordische Ausbildungszentrum muss auf neue Beine gestellt werden, der Bund hat seine Förderungen gekürzt. Das Land zahlt 170.000 Euro Soforthilfe.

Foto © APA/SujetDie Schanzenanlage von Eisenerz wartet auf Sanierung
Ein geheimer Krisengipfel fand am Mittwochnachmittag im Nordischen Ausbildungszentrum (NAZ) in Eisenerz statt. Spitzenbeamte aus vier Landesabteilungen trafen zusammen, um über die Rettung der gefährdeten Nachwuchsschmiede zu beraten. Dass sofort etwas getan werden muss, ist klar: Weil der Bund den Trägerverein verlassen hat und das Land bisher kein Budget aufstellen konnte, drohte der Kaderschmiede in den letzten Tagen akut das Geld auszugehen.
Beim Gespräch wurde dem NAZ zwar eine Soforthilfe von 170.000 Euro zugesagt, die eigentliche Entscheidung über die Zukunft des Zentrums hängt aber noch in der Luft. Bisher steuerte der Bund 70 Prozent der Kosten bei, das Land und die Stadt Eisenerz kamen für den Rest auf. Doch nach einer Rechnungshofkritik musste das Sportministerium aus dem NAZ-Förderverein aussteigen.
Zersplittert
Um das NAZ dauerhaft abzusichern, muss das Land jetzt eine neue Konstruktion erarbeiten. Doch die Lage ist kompliziert, weil die Kompetenzen zwischen den Ressorts für Bildung, Soziales und Sport zersplittert sind. "Es wird ein Restrukturierungsprozess begonnen", sagt NAZ-Geschäftsführer Christian Schwarz. Er war in den letzten Wochen vor allem mit Krisenmanagement beschäftigt, weil das Sportministerium bis zur Klärung der Lage seine Zahlungen eingestellt hatte. Ein Gespräch zwischen Sportminister Norbert Darabos und LH Franz Voves hat daran vorerst nichts geändert.
Der Bund wird sich allerdings nicht gänzlich aus dem NAZ zurückziehen, sondern künftig über einen Fördervertrag jährlich 500.000 Euro überweisen. "Für uns ist das eine wichtige Einrichtung", betont Darabos-Sprecher Stefan Hirsch. Doch selbst, wenn es gelingt, die Engpässe zu überbrücken, warten im Hintergrund noch weit schwierigere Probleme. Denn die Sportanlagen sind großteils veraltet, und auch die Unterbringung und der Internatsbetrieb im Schloss Leopoldstein sind nicht ideal. Es gibt Pläne, das NAZ aus dem Schloss auszusiedeln und im Stadtkern von Eisenerz unterzubringen. Der Investitionsbedarf wäre hoch. Noch teurer wäre die nötige Sanierung der beiden Sprungschanzen. Ein Betreuer schildert die Lage: "Die Mattenschanze ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, die Aufstiegshilfe funktioniert nicht. Die Springer springen schon öfter auswärts als zu Hause." Möglicherweise soll nur eine Schanze saniert, die andere abgerissen werden.
David Zauner:
Das NAZ beherbergt 60 bis 100 Schüler und kann sportlich auf große Erfolge verweisen. Nicht nur die Steirer David Zauner und Lukas Klapfer, sondern auch Biathlon-Weltmeister Dominik Landertinger und einst auch Trainer Reinhard Gössweiner wurden in Eisenerz betreut.
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DIE KADERSCHMIEDE
Das Nordische Ausbildungszentrum Eisenerz besteht seit 1982 und verbindet in einzigartiger Form den Leistungssport mit einer Lehrausbildung für jeden Sportler.
In den vier Gruppen Biathlon, Langlauf, Nordische Kombination und Schispringen sind insgesamt 60 Schüler eingeschrieben, bis zu 100 hätten Platz.
Zehn Trainer sind für die Kaderschmiede im Einsatz.









