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Zuletzt aktualisiert: 11.06.2010 um 20:30 UhrKommentare

Kein Leithammel, sondern das Zugpferd

Gottfried Zagorz, VP-Vizebürgermeister von Eisenerz, Unternehmer und Chef der Blechtechnik Eisenerz, ist seit April neuer Obmann der Werbegemeinschaft der Heimatstadt des Erzbergs.

Er wollte überhaupt nicht Obmann der Webegemeinschaft Eisenerz werden. Damit ging Gottfried Zagorz in die Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Eisenerz, einer Interessensgemeinschaft, der mehr als 50 Unternehmer der Stadt angehören. Walter Krug, der die Geschicke der Werbegemeinschaft zuletzt leitete, hatte seinen Rückzug schon im Vorjahr angekündigt, ein Nachfolger war bis zur Sitzung nicht gefunden worden.

"Nach zwei Stunden habe ich dann ja gesagt, weil ich einfach nicht wollte, dass die Werbegemeinschaft nur noch eine Erzi-Verteilungs-Gesellschaft ist. Und das wäre sie ohne Obmann gewesen", erklärt Zagorz. Aber der Hauptgrund ist ein anderer: "Ich wollte nicht, dass wieder ein Stück Eisenerz verschwindet, einfach so", fügt er hinzu.

Spartenvertreter

Eine Idee wurde sofort konkret umgesetzt. Die Werbegemeinschaft wird in vier Sparten unterteilt und jede davon hat einen Sprecher. "Wir haben nun die Gruppen Handel, Gewerbe, Dienstleistung und Gastronomie. Das ist für mich eine Erleichterung als Obmann, weil die verschiedenen Sparten tagen, und die Ergebnisse dann in der kleinen Gruppe der Spartensprecher und mir besprochen werden. Das hat den Vorteil, dass es für mich nicht so zeitaufwendig ist, und die Unternehmer sich leichter tun, mit jemandem aus ihrer Branche zu sprechen. Außerdem will ich nicht der Leithammel sein, sondern das Zugpferd", erklärt Zagorz.

Und so hat er neben den Spartenvertretern Bettina Weiklmeier (Dienstleistungen), Franz A. Moser (Gastronomie), Lydia Dabernegg (Gewerbe) und Werner Fahrleitner (Handel), auch noch Harald Sebanz als Kassier und Johannes Brandegger als Schriftführer zur Seite.

Zwei Treffen habe es schon gegeben und diese seien sehr positiv verlaufen. "Ich habe das Gefühl, dass sich da wirklich etwas tut." Positive Stimmung ist für Eisenerz wichtig, denn er, Zagorz, habe Visionen, die er umsetzen möchte. "Es muss uns beispielsweise gelingen, die Besucher vom Erzberg in die Stadt zu bekommen. Wenn von den mehr als 50.000 Gästen pro Jahr nur zehn Prozent in die Stadt kommen, haben wir schon gewonnen", schaut Zagorz in die Zukunft.

Auch die Belebung durch Veranstaltungen, die es schon gegeben hat, wie den Eisenerzer Advent oder das Gasslfest, sind fix eingeplant. "Wir wollen schon Vorhandenes revitalisieren. Das kommt bei den Leuten auch an", sagt Zagorc überzeugt.

Kaufkraft

Probleme bereitet der Wirtschaft in Eisenerz sicherlich, dass die Kaufkraft, geht man nach den Bevölkerungszahlen, immer weiter sinkt. "Wir haben jetzt noch 5090 Einwohner, und viele kaufen auswärts ein, also nicht in Eisenerz. Da müssen wir uns was überlegen, auch wenn es schwierig wird", führt er aus.

Großes Potenzial sieht Zagorz für die Eisenerzer Wirtschaft auch in der geplanten Feriensiedlung im Münichtal. Er will aber nicht gerne über ungelegte Eier sprechen. "Wir sind dran, informieren uns, und wenn es so weit ist, sind wir bereit, uns einzubringen", erklärt er. Und er spricht gleich von einer weiteren Vision: "Ich träume davon, wieder einen Bäcker nach Eisenerz zu bringen. Bei uns sind fahrende Bäcker aus Liezen und aus dem Mur-Mürztal unterwegs. Wenn ich das so beobachte, machen die ganz gutes Geschäft." Ein kleiner Stein müsse ins Rollen kommen, damit eine Lawine ausgelöst wird.

Zagorz will auch mit Altlasten aufräumen. "Es gibt im Stadtgebiet noch immer Tafeln für Besucher, wo Geschäfte oder Gastronomiebetriebe draufstehen, die es gar nicht mehr gibt. Das darf es einfach nicht geben. Das sind ärgerliche Kleinigkeiten, die behoben werden müssen."

JOHANNA BIRNBAUM

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