Ambitioniertes Projekt endete mit Konkurs
Nächste Woche steht fest, wie hoch die Schulden des Telearbeitszentrums (Taze) Eisenerz sind, das in Konkurs ist. Betroffen waren Menschen, die auf eine Chance hofften, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.

Foto © BirnbaumVoller Elan gingen die Mitarbeiter 2007 ans Werk
Am 14. Mai 2007 wurde groß gefeiert, im Telearbeitszentrum in Eisenerz. Schließlich ging es darum, den offiziellen Startschuss für ein Projekt zu geben, das vor allem der Arbeitslosigkeit und der meistens damit verbundenen Abwanderung aus der Region Eisenerz entgegenwirken sollte. Jugendliche Arbeitssuchende und Wiedereinsteigerinnen sollten dort mittels Telearbeitsplätzen innerhalb einiger Monate den Einstieg in den Arbeitsmarkt schaffen. Hauptgesellschafter war der Regionale Entwicklungsverband Eisenerz (Reve) sowie das weltweit agierende IT-Trainingsunternehmen bit.
Finanziell unterstützt wurde das Taze vom Arbeitsmarktservice, das einen vierjährigen Förderplan ausgearbeitet hatte. "Das AMS Steiermark hat im Jahr 2009 127.000 Euro an Förderung - ausschließlich für Lohnkosten der Transitarbeitnehmer und der Schlüsselkräfte - bezahlt", erklärte Peter Jerovsek, stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung Arbeitsmarktförderung beim AMS Steiermark, am Dienstag auf Anfrage der Kleinen Zeitung.
Seit November des Vorjahres gibt es das Taze nun nicht mehr. Das Unternehmen musste Konkurs anmelden. Masseverwalter Rechtsanwalt Reinhard Teubl aus Bruck: "Die Sache ist ein wenig kompliziert. Grundsätzlich war die Idee von Reve und den anderen Gesellschaftern selbst gut, etwas für die Arbeitnehmer vorort zu tun. Der Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt sollte über diese Schiene, die man auch zweiten Arbeitsmarkt nennt, möglich sein", erklärt der Jurist. Und die Verbindung der beiden Märkte sollte über den so genanten Datenhighway, also das Internet entstehen. Räumlich ungebunden, sollte den neuen Arbeitnehmern die Welt offen stehen.
Mit Ende 2008 hätten aber die Schwierigkeiten begonnen. "Es gibt sicherlich mehrere Gründe für den Konkurs. Es ist auch eine meiner Aufgaben, diese herauszufinden. Sicherlich spielte auch eine Rolle, dass die - und ich will das Wort nicht überstrapazieren - allgemeine Wirtschaftskrise zu Auftragseinbrüchen geführt hat." Die Taze-Verantwortlichen machen aber auch die Zuteilung der Arbeitssuchenden ein wenig dafür verantwortlich. Man sei dabei auf Personal-Zuteilungen vom AMS angewiesen gewesen. Einige hätten nicht den Anforderungen entsprochen. Der Rat des AMS, doch besser einzuschulen, sei laut Taze nicht das Problem gewesen, so Teubl.
Schulden
Auf jeden Fall habe das AMS Mitte 2009 die Förderungen gestoppt. Ende Juli wurde das Taze zugesperrt. Drei Monate späte wurde der Konkurs formal eröffnet. "Der Zeitraum zwischen Schließung und Konkurseröffnung ist etwas lang. Es ist in dieser Zeit aber nichts passiert", meint Teubl. Nach Angaben der Taze-Verantwortlichen sei das Unternehmen mit 200.000 Euro verschuldet. "Näheres werden wir kommende Woche wissen. Bis dahin müssen alle Gläubiger ihre Forderungen angemeldet haben", weiß der Masserverwalter.








