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Zuletzt aktualisiert: 21.11.2007 um 06:55 Uhr

Schöner Lohn für die Arbeit rund ums Herz

Die Kardiologie des LKH Bruck ist maßgeblich am Projekt "Das Steirische Herz" beteiligt. Ziel ist die möglichst rasche Versorgung von Infarktpatienten. Nun hat das Projekt den Helix-Award bekommen.

Foto © APA

Zeit ist Muskel", bringt es Gerald Zenker, Leiter der medizinischen Abteilung des LKH Bruck, auf den Punkt: Je weniger Zeit bis zur Behandlung eines Herzinfarktes vergeht, umso mehr Schäden am Herzen können vermieden werden. Diese Zeit möglichst kurz zu halten, war und ist ein Ziel des Projektes "Das Steirische Herz", das nun mit dem Helix-Award ausgezeichnet wurde. "Wir hier in Bruck waren da so etwas wie die Keimzelle", ist Zenker stolz auf die Auszeichnung.

Hochbetrieb. In der Herzkatheteranlage des Krankenhauses herrschte gestern - wie jeden Tag - Hochbetrieb. Notfälle verzeichnete man heuer schon um 40 Prozent mehr als im Vorjahr, aber auch viele gesetzte Behandlungen werden dort durchgeführt. Die Methode, stark vereinfacht: Eine Plastiksonde (Katheter) wird vom Arzt über die Oberschenkelarterie zum Herzen zwecks genauer Untersuchung geführt, Verengungen in den Gefäßen werden aufgedehnt, Stents (Gefäßstützen), welche die Gefäße offen halten, werden bei Bedarf gesetzt.

Die Rettungskette für den Patienten bis zur Ankunft in der Kardiologie funktioniert lückenlos gut. Aber es ist auch die Bevölkerung gefragt: "Ein plötzlich auftretender Brustschmerz kann Lebensgefahr bedeuten", appelliert Zenker, Beschwerden ernst zu nehmen. "Es gibt Patienten, die gehen drei Tage lang mit einem Herzinfarkt spazieren."

Pulsieren des Herzens. Auf einem Computerbildschirm im Bereich vor dem Untersuchungsraum zeigt der Arzt Robert Tischler eine Herzuntersuchung an einem 85-jährigen Infarkt-Patienten: Alles ist zu sehen, das Pulsieren des Herzens, stark verengte Gefäße und wie es während der Behandlung gelingt, deren Durchgängigkeit wieder herzustellen. Der Patient lag im Sterben, "jetzt ist er auf der Intensivstation und ist soweit stabil", sagt Tischler.

Traurige Tendenz: Immer häufiger kommen junge Patienten, 40-Jährige, deren Herzen jenen von 80-Jährigen gleichen. Das Rauchen ist allen diesen Patienten gemeinsam. Weswegen die Meinung des Kardiologieteams in Bruck zur Raucherdebatte einhellig ist: Es wird viel zu wenig getan, um das Rauchen einzudämmen.

Fast 11.000 Behandlungen und Diagnosen hat man archiviert, die Patienten, denen man helfen kann, sind die Erfolgserlebnisse für das Team. "Den Helix-Award sehen wir jedenfalls als einen schönen Lohn für unsere Arbeit", sagt Marietta Hafellner, leitende Diplomkrankenschwester. Sie spricht für alle Beteiligten.

MICHAELA AUER

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