Leobener schafft es mit viel Ehrgeiz an die Spitze der Jungphysiker

Kevin Kutlesa aus Leoben schrieb eine der besten Vorwissenschaftlichen Arbeiten in Physik und präsentierte diese vor Fachleuten.

Kevin Kutle(s)a schrieb eine der besten Matura-Arbeiten
Kevin Kutle(s)a schrieb eine der besten Matura-Arbeiten © Schöberl
 

Eigentlich entspricht seine Vorwissenschaftliche Arbeit mehr einer Bachelor-Arbeit an der Uni“, bemerkt Gerhard Haas, ehemaliger Lehrer am BG/BRG Leoben Neu. Der Physik-Lehrer hat die Arbeit von Kevin Kutlesa betreut und auch vorgeschlagen, diese bei der Physikalischen Gesellschaft einzureichen. „Auch der Vorsitzende der Maturakomission stellte fest, dass diese Arbeit einem Lehrbuch entspreche“, erzählt Haas weiter. Kein Wunder also, dass diese zur zweitbesten Vorwissenschaftleichen Arbeit in Physik österreichweit gekürt wurde.

Am Donnerstag stellte Kutlesa seine Arbeit nun am Atominstitut der TU Wien bei der Fachtagung der Physikalischen Gesellschaft vor 200 Fachleuten vor. „Ich war schon ganz schön nervös. Auch weil ich nun schon ein bisschen aus dem Schulalltag draußen bin. Und erstmals waren auch meine Eltern dabei“, erzählt der 18-Jährige, der im Juni seine Reifeprüfung ablegte. „Aber es war perfekt“, ergänzt Haas anerkennend.
Kein Wunder: Schließlich sprach der Leobener über das Thema „Methoden der Werkstoffprüfung“, welches ihn bereits längere Zeit beschäftigt. Zweimal konnte der physikbegeisterte Schüler bereits in den Ferien am Erich Schmid-Institut für Materialwissenschaften in Leoben ein Ferialpraktikum absolvieren. Da kam ihm auch die Idee zum Thema seiner Arbeit. „Nachdem ich dort einen Einblick in Werkstoffprüfungen bekam, und auch selbst Versuche durchführen konnte, war es naheliegend, auch meine Arbeit zu diesem Thema zu verfassen“, erzählt der 18-Jährige. „Das Ziel, das ich in der Vorwissenschaftlichen Arbeit verfolgt habe, war, die verschiedenen Verfahren der Werkstoffprüfung vorzustellen. Ich konnte diese auch in Versuchen selbst testen“, erzählt Kutlesa weiter.
Das sei ihm sehr zugutegekommen, da er ein „praktischer“ Typ sei. „Ich finde es immer besser, etwas selbst zu sehen, als nur in Büchern zu lesen“, erklärt der Leobener. Für die Vorwissenschaftliche Arbeit hätte ein theoretischer Teil ausgereicht, für Kutlesa jedoch selbst nicht. Ebenso, wie er die vorgeschriebenen Maximallänge der Arbeit nicht einhalten konnte. „Eigentlich darf man in der Arbeit nicht mehr als 60.000 Zeichen schreiben, sprich nicht mehr als 25 Seiten. Als ich die hatte, bemerkte ich, dass ich die Hälfte ja noch gar nicht beschrieben hatte.“ So wurden aus vorgeschriebenen maximalen 25 Seiten über 70. Dafür musste eigens eine Genehmigung des Landesschulrates eingeholt werden. „Ich verstehe das Limit wirklich nicht. Man sollte motivierte Schüler doch fördern“, glaubt der 18-Jährige.

Ehrgeiz


Denn er weiß, wovon er redet, schließlich fehlte es ihm nie an Motivation. Ab der fünften Klasse beschäftigte sich der Maturant zusätzlich zum normalen Unterricht vier Stunden in der Woche mit Physik. Drei Mal nahm er an der Physik-Olympiade teil, zwei Mal bei der Europäischen Science Olympiade, einmal konnte er dort im Team sogar Silber holen. „Ich bin sehr ehrgeizig und wollte mich ständig verbessern. Außerdem schätze ich die unglaubliche Vielfalt der Physik. Bei jedem Schritt und Tritt, denn wir machen, steckt Physik dahinter. Das finde ich einfach unendlich spannend“, erzählt der Leobener.


Und diese Spannung möchte er auch in seinem zukünftigen Leben nicht vermissen. Nach dem Bundesheer möchte der 18-Jährige an der Montanuni in Leoben Werkstoffwissenschaften studieren.

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