Leoben: Immer mehr Frauen wandern ab
Landesstatistik zeigt auf, dass im Bezirk Leoben immer mehr junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren abwandern. Aus mehreren Gründen.

Foto © APAViele junge Frauen wandern aus beruflichen Gründen ab
Statistiken sind mit Vorsicht zu betrachten", meinte am Dienstag Bezirkshauptmann Walter Kreutzwiesner, "denn man muss verschiedene Rahmenbedingungen berücksichtigen", führte er weiter aus.
Grund für diese Aussage war eine Nachfrage der Kleinen Zeitung, warum es im Bezirk Leoben zehn Prozent weniger Frauen zwischen 20 und 30 Jahren alt gebe als Männer in dieser Altersgruppe. Das ist das Ergebnis einer neu erhobenen Landesstatistik (wir berichteten).
Mehr Männer.
Im Bezirk Leoben liegen drei Gemeinden im Spitzenfeld: Vordernberg, wo es um 19 Prozente mehr Männer als Frauen dieser Altersgruppe gibt, sowie Leoben und Traboch, wo sich der Unterschied mit jeweils 16 Prozent zu Buche schlägt.
Faktor Nebenwohnsitz.
Für Matthias Konrad, Bürgermeister von Leoben, ist eines klar: "Wir haben einen immer höher werdenden Anteil an Frauen an der Montanuniversität. Allerdings spielen hier zwei Faktoren mit, die sich dann in der Statistik niederschlagen. Viele Studentinnen sind nicht hauptgemeldet, sondern haben ihren Nebenwohnsitz hier." Der zweite Faktor sei, dass es für viele Frauen nach Abschluss des Studiums keine Arbeit im Bezirk gebe.
Flexibler. Konrad führt aber auch an, dass Frauen ihre Ausbildung und auch ihre Karriere oftmals viel zielorientierter verfolgen würden als ihre männlichen Alterskollegen und Chancen flexibler ergreifen würden. "Wir müssen schauen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, um die Leute zu halten", ist er überzeugt. Und man müsse auch die Lebensqualität steigern.
Keine Stellungnahme.
Die Bürgermeister aus Vordernberg und aus Traboch waren am Dienstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.














