Seile und Trittstifte als Wegweiser zum Gipfel
In Eisenerz wird am Donnerstag am Leopoldsteinersee der bislang längste Klettersteig Österreichs in der Seemauer eröffnet.

Foto © AlpinCenter/Quo VadisUnterwegs am neuen Kaiser Franz Joseph-Klettersteig
Seit 20 Jahren wird darüber nachgedacht, seit zwei Jahren wird geplant und heute ist es soweit: Der Klettersteig mit dem klingenden Namen Kaiser Franz Joseph-Klettersteig in der Seemauer am Leopoldsteinersee in Eisenerz wird eröffnet. Und wo sich heute noch am Fuße des Einstiegs Politiker tummeln, werden ab kommenden Samstag Bergsteiger und Kletterer ihren Weg zum Klettersteig beginnen. "Wir wollten schon lange in diesem Bereich einen Steig machen.
Grundstein.
Vor zwei Jahren hatten wir schon einmal eine andere Route bei der Kaiserbuche angedacht, diese aber wieder verworfen", erzählt Robert Niederl vom Alpenverein Eisenerz. Dieser hat den Steig gemeinsam mit Geldern von "Leader-plus" und dem Tourismusverband finanziert. "Die Kosten belaufen sich auf 80.000 Euro", erzählt Niederl weiter. Gebaut wurde in nur eineinhalb Monaten von Harry Kollmitzer vom AlpinCenter Kötschach-Mauthen sowie von Hannes Geier von "Quovadis" in Graz, spezialisiert auf Klettersteige und Hochseilgärten.
Zwei Klettersteige.
Der neue Klettersteig in der Seemauer besteht eigentlich aus zwei Klettersteigen. Da ist zum einen der Franz Joseph-Steig. Dieser wird großteils im Schwierigkeitsgrad C/D - sehr schwierig - geklettert. "Die Schwierigkeit besteht in der Steilheit und der Länge", erklärt Niederl. Dort wurden zwei Rastplätze eingerichtet, das Schwalbennest im ersten Drittel und der Adlerhorst im dritten Drittel der Wand. Nach der Wand können sich die Kletterer im Kaiserwald ein wenig erholen, ehe es über den Ochsenbrand 150 Meter zur Ausstiegswand der Steiges geht. "Die durchschnittliche Kletterzeit beträgt vier Stunden, wobei aber besonders wichtig ist, dass sich die Kletterer genügend Getränke mitnehmen. Die Wand liegt südseitig und es gibt nirgendwo Wasser. Außerdem müssen die Kletterer absolut schwindelfrei und trittsicher sein", appelliert Niederl.
Senkrecht.
Der zweite Klettersteig, der heute in der Seemauer eröffnet wird, heißt Rossloch-Höhlen-Klettersteig und wird im Schwierigkeitsgrad D/E geklettert, also extrem schwierig. "Wir wollten die beiden Steige zuerst zu einem verbinden, machten dann aber zwei daraus", so Niederl. 70 Höhenmeter geht es dort zuerst abwärts, um dann in der Höhle - fast senkrecht - wieder hinaufzuklettern.
















