Notarztsystem rechnet sich einfach nicht
Alte Dame brach in Radmer zusammen und kein Arzt konnte schnell kommen. Tochter fordert nun einen Notarztstützpunkt für die Region.

Foto © Trummer
Es ging von einer Minute auf die andere. Plötzlich brach eine ältere Dame, die ihre Tochter in Radmer besuchte, zusammen und war nicht mehr ansprechbar. Der ortsansässige Arzt war im Urlaub. Schnell wurde zum Telefon gegriffen und ein Arzt im Nachbarort kontaktiert. Der konnte aber nicht kommen, weil er in seiner Praxis viele Patienten zu versorgen hatte. "Wir konnten es nicht fassen und verständigten das Rote Kreuz. Glücklicherweise war ein Wagen in der Nähe. Meiner Mutter ging es immer schlechter", erzählt die noch immer besorgte Tochter.
Tochter außer sich.
Auch das Rote Kreuz habe mit dem Arzt im Nachbarort gesprochen. Dieser teilte abermals mit, dass viele Patienten in seiner Praxis seien. Letztendlich wurde die alte Dame ins Krankenhaus nach Eisenerz gebracht und dort versorgt. Diagnose: epileptischer Anfall. "Es kann doch nicht sein, dass wir in einem Notfall so alleine gelassen werden. Wir brauchen einfach einen Notarzt, denn bis der aus Leoben bei uns ist, kann viel passieren", versteht die Tochter die Welt nicht mehr.
Klare Aussagen.
Schon seit vielen Jahren ist ein eigenes Notarztsystem für die Region Eisenerz im Gespräch. Viele Für und Wider wurden abgewogen. Und es gibt auch klare Aussagen dazu: Ein solches System würde sich für die Region nicht rechnen. "Es gibt Statistiken, die besagen, dass es in der Region vier Mal pro Monat zu einem Notfall kommt. Dem gegenüber würde ein Notarztsystem mit drei Schichten stehen, wo immer ein Arzt, ein Notfallsanitäter und ein Fahrer zur Verfügung stehen müssten", erklärt Robert Mader, Arzt für Allgemeinmedizin, Bergrettungsarzt und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin aus Trofaiach.
Arbeitsgruppe sucht Lösung.
Derzeit gebe es eine vom Land eingerichtete Arbeitsgruppe, die eine Lösung für dieses Problem sucht. Dabei sollen niedergelassene Ärzte eine wichtige Rolle spielen. Eine solche Lösung sei auch für Erwin Schume, Bezirksgeschäftsführer des Rot-Kreuz-Bezirkes Eisenerz, erstrebenswert. Denn so könne auch die Nachtbereitschaft der niedergelassenen Ärzte auf Schiene gebracht werden. Diese wurde von den Ärzten jahrelang freiwillig gemacht. Bezahlung gab es für die nächtliche Bereitschaft aber keine. Mader umreißt die Rahmenbedingungen: "Es muss eine Finanzierungsmöglichkeit geschaffen werden, dass sich ein niedergelassener Arzt eine Vertretung für diese Zeit leisten kann. Wir reden da von 200 Euro pro Nachtdienst."














