Uni-Weisenrat prüft in Leoben
Nach Plagiatsvorwürfen ermitteln drei ehemalige Uni-Professoren.

Foto © AP
Die Montanuniversität Leoben hat einen Weisenrat eingesetzt, um die fragwürdige Habilitationsschrift des Vizerektors Hubert Biedermann, die Umstände seiner Berufung und seine Publikationstätigkeit seit 1989 zu überprüfen. Bis zur Wahl der Vizerektoren am 7. Mai, bei der Biedermann als Finanzchef der Uni neuerlich kandidiert, sollen die emeritierten Professoren Franz Jeglitsch, Herbert Hiebler und Heinz Gamsjäger ihren Bericht vorlegen.
Vorwurf. Ausgelöst wurde die Affäre vom Salzburger Plagiatsjäger Stefan Weber, der Biedermann vorwirft, von einem deutschen Kollegen abgeschrieben zu haben. "Es geht um eine lückenlose Aufklärung", heißt es im Rektorat. Daher sollen die wissenschaftliche Tätigkeit Biedermanns und die Arbeit der Habilitations- und Berufungskommission geprüft werden. "Nach Abschluss der Untersuchungen wird die Entscheidung über eine allfällige Wiederwahl fallen", ließ man durchblicken, "dass die Sache noch nicht vom Tisch ist".
Kontrollchef. Auch Hannes Androsch, Vorsitzender des Universitätsrates und somit quasi Kontrollchef, begrüßt die Einsetzung des Weisenrates, "um die kontroversielle Diskussion abschließen zu können". Der Sachverhalt sei unbestritten und klar, "ich halte nichts von einer heuchlerischen Lynchjustiz". Androsch vermutet hinter dem Wiederaufflammen der Diskussion - schon vor der letzten Wahl ging es um Plagiatsvorwürfe - eine Intrige. "Als Finanzchef macht man sich halt nicht beliebt." Der Unirats-Chef bezieht sich auf eine ministerielle Prüfung, die keinen Grund für Konsequenzen sah. Androsch: "Wenn das richtig war, gilt es auch heute noch."















