Ein flotter Hunderter
Mit Blasmusik und einer großen Gratulantenschar feierte Johann Weiklmeier aus Hieflau seinen "100er".

Foto © PrivatJohann Weiklmeier ist auch mit 100 Jahren noch mobil
So oft haben wir im Ort bei uns keinen 100er zu feiern. Da müssen wir schon schauen, dass ordentlich gratuliert wird", erzählt Günter Auer, Bürgermeister von Hieflau, fröhlich. Schließlich soll der 100-jährige Hieflauer Einwohner Johann Weiklmeier einen unvergesslichen dreistelligen Geburtstag feiern. Und das hat er auch getan. Unheimlich rüstig und gut gelaunt ließ er die vielen Gratulationen - darunter auch jene der Blasmusik - einfach geschehen.
Zur Welt kam das Geburtstagskind in Westfalen in Deutschland. Seine Eltern Franz und Theresia wanderten schon vor seiner Geburt aus finanzieller Not von Eisenerz nach Deutschland aus, denn der Vater hatte in Westfalen Arbeit im Bergbau gefunden. Doch das große Heimweh seiner Mutter ließ die Familie nach dem Ersten Weltkrieg wieder nach Eisenerz zurückkehren. Dort besuchte er die Volksschule, ehe er mit 14 Jahren nach Ybbsitz kam und dort eine Lehre zum Werkzeugschmied machte.
Mit 23 Jahren kam er wieder zurück nach Eisenerz. Bei der Voest Alpine fand er Arbeit als Rohrschlosser. Ein Jahr lang war er auch in einer Großküche in Hieflau tätig. Zu dieser Zeit lernte Hans auch seine spätere Frau Johanna kennen.
Große Liebe
Während der hohen Arbeitslosigkeit in den 30er-Jahren kam Weiklmeier durch eine Zeitungsannonce nach Deutschland, wo er eineinhalb Jahre lang in einem Werk Flugzeuge baute. Eine weitere Annonce brachte den jungen Mann zur deutschen Polizei. Verletzt kam er aus dem Zweiten Weltkrieg nach Hause, wo er zur Gendarmerie in Hieflau kam und seine große Liebe Johanna heiratete.
Reisen und Wandern waren die großen Leidenschaften der beiden. Als Weiklmeier vor 39 Jahren in Pension ging, wurde das noch intensiviert und auch der Garten und sein Haus in Hieflau genossen.
Der Tod seiner Frau Johanna im Jahr 1999 hat ihn schwer getroffen, doch Johann Weiklmeier hat seinen Lebensmut nicht verloren. Sobald es das Wetter erlaubt, fährt er mit seinem grauen Gefährt durch die Gegend und lässt alle Menschen über seine Rüstigkeit staunen.















