Trofaiach als Drehort für junge Israelis
Acht israelische Jugendliche, die einem Filmteam angehören, tanzten im Alpenvereinsheim Trofaiach mit Senioren der Kneipptanzgruppe.

Foto © PrivatEine Begegnung der besonderen Art gab es für israelische Jugendliche und Seniorentänzerinnen und Tänzer im Alpenvereinsheim Trofaiach
Zu einer außergewöhnlichen Begegnung kam es vor Kurzem in Trofaiach. Und zwar im Alpenvereinsheim, wo acht israelische Jugendliche gemeinsam mit Seniorinnen und Senioren der Kneipp-Tanzgruppe aus Eisenerz, Leoben und Trofaiach tanzten und ins Gespräch gekommen sind.
Hintergrund für dieses Zusammentreffen ist ein Filmprojekt. Wolfgang Schmutz aus Linz, der für ein israelisches Filmteam arbeitet - er ist für die Recherchen und die Produktionsassistenz verantwortlich - erklärt dieses Projekt so: "Es geht dabei um einen Dokumentarfilm über eine Reise von acht israelischen Jugendlichen quer durch Europa. Eine Reise entlang der ehemaligen Fluchtrouten jüdischer Vertriebener und Überlebender des Holocaust nach 1945 von Polen bis Italien." Auf Trofaiach sei man im Zuge der Recherchen gestoßen, weil es hier einst ein jüdisches Flüchtlingslager gegeben hat, an das sich Überlebende in ihren Erzählungen noch erinnern konnten.
"Im Rahmen eines Vorproduktionsbesuches in Trofaiach Anfang Juni haben wir uns das ehemalige Lagergelände angesehen und haben dabei das Alpenvereinsheim entdeckt, das noch das letzte bauliche Überbleibsel des Lagers ist", erklärt Schmutz. Dabei sei man auch zufällig auf die Seniorentanzgruppe gestoßen und sei zur Überzeugung gelangt, dass es schön wäre, wenn die israelischen Jugendlichen beim Filmdreh im Juli hier mittanzen könnten. Monika Hayden, Tanzleiterin des Kneippbundes, und Andreas Pinter, Obmann des Alpenvereins, Sektion Trofaiach, machten das gerne möglich, und so ist es zu dieser außergewöhnlichen Begegnung gekommen.
Guter Draht
Sowohl Hayden als auch Wiltrud Hackl, die für die Produktionsassistenz in Trofaiach verantwortlich zeichnete, erklären, dass die israelischen Jugendlichen zu den Senioren sofort einen guten Draht gefunden haben. "Von unseren 23 Tänzern sprechen viele Englisch", erzählt Hayden. Deshalb habe es auch keine sprachlichen Barrieren gegeben. Außerdem seien die jungen Menschen sehr wissbegierig gewesen und haben viele Fragen gestellt. "Es waren wirklich gute Gespräche, und die Jugendlichen haben sich auch tänzerisch gut in unsere Choreografien eingefügt", meint Hayden, die von einem Nachmittag der Verständigung in schöner Stimmung spricht. Mit dabei war auch Trofaiachs Vizebürgermeisterin Helga Pongratz, die die israelischen Jugendlichen offiziell willkommen hieß.
Der Film wird den Titel "Ha'bricha die Flucht G3" tragen. G3 steht für die dritte Generation, die sich auf die Spuren von Ha'bricha, einer illegalen Organisation macht, durch die Überlebenden des Holocaust die Flucht aus Europa nach Israel gelungen ist. Wie Schmutz erklärt, sei dem Dokumentarfilm ein Casting vorangegangen, da man Jugendliche aus allen sozialen Schichten und mit unterschiedlichen Hintergründen dabei haben wollte. Vom streng orthodoxen Juden bis zum christlichen Mädchen mit arabisch-palästinensischer Abstammung. "Die Jugendlichen sind zwischen 16 und 18 Jahren und haben teilweise Vorfahren, die vom Holocaust betroffen waren", so Schmutz. Das Filmprojekt stelle nicht nur die Historie in den Mittelpunkt, sondern es werde versucht, auch die Gegenwart einzubeziehen und ihr zu begegnen. Auch die Auseinandersetzung in und mit der Gruppe spiele eine Rolle. Der Film wird im israelischen Fernsehen ausgestrahlt.















