Leoben kommt unter Zugzwang
Die Fusionsverhandlungen von Bruck und Kapfenberg sind auch für Leoben von Bedeutung. Noch ist Leoben die zweitgrößte Stadt der Steiermark, doch das wird sich bald ändern.

Foto © SchöberlLeobens Vizebürgermeister Max Jäger und Bürgermeister Matthias Konrad sind der Gemeindestrukturreform gegenüber positiv eingestellt
Die beiden Städte Bruck und Kapfenberg sollen zu einer Gemeinde verschmelzen. Bruck zählt etwa 14.000 Einwohner, Kapfenberg 22.000, macht insgesamt etwa 36.000 Einwohner. Wie Brucks Bürgermeister Bernd Rosenberger erklärte, wolle man mit den Umlandgemeinden sogar auf 50.000 Einwohner kommen. Mit dieser Fusion möchte man einen starken obersteirischen Zentralraum als Gegengewicht zu Graz schaffen.
Und was sagt man zur neuen Mürztaler Entwicklung in Leoben, wo man mit etwa 25.000 Einwohnern noch zweitgrößte Stadt der Steiermark ist?
Dazu SP-Vizebürgermeister Maximilian Jäger: "Die Stadt Leoben steht der Gemeindestrukturreform positiv gegenüber. Nur starke Kommunen werden auch in Zukunft den Bürgerinnen und Bürgern Leistungen in gewünschtem Umfang und Qualität bereitstellen können. Aus diesem Grund befindet sich Leoben in Gesprächen mit umliegenden Gemeinden, um mögliche Synergien auszuloten." Die Aufnahme von Verhandlungen zu einer Vereinigung von Bruck und Kapfenberg sei daher als logischer und richtiger Schritt zu sehen.
Und was sagt der zweite Reformpartner, die ÖVP? Leobens VP-Vizebürgermeisterin Eva Maria Lipp ist überzeugt, dass Leoben durch die mögliche Fusion von Bruck und Kapfenberg in Zugzwang kommt. "Leoben schafft es einfach nicht, Partner zu finden. Das ist ein Armutszeugnis für Leoben", so Lipp. Sie spielt hier vor allem auf die Situation in St. Peter-Freienstein an. "Hier hätte es schon längst eine Einigung geben können, wenn man mit den Leuten richtig geredet hätte", meint Lipp. Die Fusion von Bruck und Kapfenberg sei für sie eine logische Konsequenz und ein beachtlicher Schritt. Eine Zusammenlegung von Kapfenberg, Bruck und Leoben ginge für sie aber einen Schritt zu weit. "Auch wegen der räumlichen Entfernung", so Lipp. Es wäre aber notwendig, dass Leoben mit Proleb und Niklasdorf ernsthafte Gespräche führt. Wie Brucks Bürgermeister erklärte, sei eine Fusion von Bruck-Kapfenberg mit Leoben kein Thema, obwohl Landeshauptmann Franz Voves vor nicht langer Zeit meinte: "Haut's euch doch auf ein Packel und denkt nach." Leobens Bürgermeister Matthias Konrad, der gerade auf Urlaub weilt, meinte im März zu dieser Vision: "So etwas dauert minimal ein Jahrzehnt, aber man muss es zumindest ins Auge fassen."














