Grüne Karte für den DSV Leoben
Ist ein Aufstieg des DSV Leoben in die Bundesliga nur ein Traumziel oder doch realisierbar? Bei der Podiumsdiskussion der Kleinen Zeitung wurde darüber hitzig debattiert.
Quelle © fotoarenaleoben.jpg | Foto: KLZ Digital/Haider Arena im DSV Stadion
Das ist also die Zukunft des DSV Leoben: In drei bis fünf Jahren werden die Donawitzer wieder in der zweiten Fußball-Bundesliga ihre Schuhe schnüren. Das denken zumindest die Diskussionsteilnehmer der Kleine Zeitung-Arena im VIP-Klub des DSV-Stadions. Klub-Präsident Gabor Heinemann, sein Cheftrainer Manfred Unger, der Ex-Leoben- und jetzige Admira-Spieler Rene Schicker, Fußball-Scout Erwin Kollmann und Leobens Sportreferent Claus Hödl stellen sich der von Alois Leitenbauer (Kleine Zeitung) moderierten Podiumsdiskussion.
Alle warten auf Trainer Manfred Unger, der sich etwas verspätet. "Der ist sicher noch beim Training", sagt ein eingefleischter DSV-Fan grinsend. Ob er weiß, dass die Mannschaft schon in der Sommerpause weilt? "Können wir dann bald anfangen? Um halb neun wird Österreich gegen Rumänien angepfiffen", drängt ein anderer Anwesender. Das freundschaftliche Länderspiel ist nicht die einzige Konkurrenzveranstaltung. Lautstark wird auch über das Relegationsmatch zwischen Hartberg und GAK fachgesimpelt und über das U21-Länderspiel in Kapfenberg. Der DSV ist (noch) kein Thema.
Das ändert sich schlagartig, als Unger herzlich empfangen wird. Daran hat sich nichts geändert. Der 43-Jährige ist noch immer Publikumsliebling. Kurz darauf startet die Diskussion. "Wir arbeiten sicher nicht kopflos. Wir haben ein längerfristiges Konzept!", schickt Heinemann voraus. "Konzept? Welches Konzept?", hört man von weiter hinten. "Adi Pinter ist doch kein Konzept." Will der DSV wirklich zurück in die Bundesliga, so sind sich alle einig, wird man um einen Großsponsor nicht herumkommen. Der Profifußball ließe sind sonst nicht stemmen. Pinter sei eine Idee gewesen, an Sponsoren heranzukommen, erklärt Heinemann. "Das Problem war aber nicht Pinter, sondern das Image des DSV seit dem Konkurs. Sponsoren verdrehen die Augen. Zum Glück sind wir seit April endgültig ohne Altlasten."
"Sozialsponsoring"
Claus Hödl rechnet vor. "Unter einem Budget von 1,4 Millionen geht in der Bundesliga sicher nichts." Und dafür würden die Geldgeber von früher fehlen. Heinemann weiß, dass VW an VfL Wolfsburg 80 Millionen "Sozialsponsoring" zahlt. Ein Donawitzer, der, wie er sagt, neidvoll nach Kapfenberg blickt, meldet sich zu Wort: "Auf dem KSV-Teamfoto der Fußballer sitzt die Frau Bürgermeister in der ersten Reihe." Ein Seitenhieb gegen die Marketingarbeit der Leobener? "Wir wissen, dass auf dem Sektor noch sehr viel Arbeit auf uns alle wartet", entgegnet Heinemann.
Der erste Schritt sei, Jugendliche aus der Region weg von der Straße und hin zum Sport zu bekommen. "Ich möchte Spieler aus St. Michael, Niklasdorf und Co.", sagt Unger. Auch Schicker und Kollmann schließen sich an. "Wenn der Bezug zum Team da ist, finden sich vielleicht auch leichter Sponsoren." Dann geht der Traum von Hödl, Profi-Hand- und -Fußball in Leoben zu bieten, vielleicht doch in Erfüllung.
Ob sich das alles wirklich in ein paar Jahren ausgeht? Das Publikum ist sich einig: Ja. Bei beiden Abstimmungen zu diesem Thema gibt es fast Einstimmigkeit und die grünen Karten. Hundertprozentig überzeugt sind von diesem Plan allerdings nicht alle. "Alles Gute", meinen zwei Kritiker auf dem Heimweg.
















