Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
21. Mai 2013 11:12 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Anfang und Ende des braunen Goldes "Obersteiermark vernachlässigt" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Leoben Nächster Artikel Anfang und Ende des braunen Goldes "Obersteiermark vernachlässigt"
Zuletzt aktualisiert: 03.06.2012 um 20:36 UhrKommentare

"Glaube hat mit Erfahrung zu tun"

Evi Lintner (67) aus Trofaiach ist seit neun Jahren Superintendentialkuratorin der Evangelischen Kirche in der Steiermark.

Evi Lintner, 67, aus Trofaiach ist seit 2003 die steirische Superintendentialkuratorin der Evangelischen Kirche

Foto © ANDREAS SCHÖBERL Evi Lintner, 67, aus Trofaiach ist seit 2003 die steirische Superintendentialkuratorin der Evangelischen Kirche

F rau Lintner, Sie sind seit 2003 als Superintendentialkuratorin die höchste weltliche Repräsentantin der Evangelischen Kirche in der Steiermark. Was gehört zu Ihren zentralen Aufgaben?

EVI LINTNER: Es ist ein Prinzip der Evangelischen Kirche, dass es in jeder Pfarrgemeinde einen geistlichen und einen weltlichen Vertreter gibt, der für die Pfarre verantwortlich ist. Ich vertrete die Evangelische Kirche in der Steiermark nach innen und nach außen. Im Frühjahr wurde ich noch einmal für eine halbe Periode, also für drei Jahre gewählt.

Das Motto des Kirchentages, der am kommenden Donnerstag in Leoben stattfindet, lautet "Glaube und Technik". Wie passt das zusammen?

LINTNER: Auf den allerersten Blick schließt sich das für viele aus. Man muss aber bedenken, wenn man forscht, forscht und forscht, stößt die Wissenschaft irgendwann an ihre Grenzen.

Die Evangelische Kirche hat wie die Katholische Kirche viele Austritte zu verzeichnen. Welche Gründe hat das?

LINTNER: Ich glaube, dass viele Menschen mit der Kirche überhaupt nichts mehr am Hut haben. Viele Menschen machen auch gar keinen Unterschied: Wenn in der Katholischen Kirche ein Problem aufkommt, treten sie in Folge auch bei uns aus. Und für manchen ist es der Kirchenbeitrag, wo es Schmerzgrenzen gibt.

Wenn Sie sagen, dass viele keinen Unterschied machen, hört sich das auch nach mangelnder Profilierung an.

LINTNER: Wir haben sicher Nachholbedarf, was unsere Profilierung betrifft. Kirche muss hinausgehen und versuchen, die Schwellenangst zu überwinden, die viele haben. Wichtig ist, dass wir genau sagen, wofür wir stehen. Ich möchte aber nicht beliebig werden. Es kann nicht so sein, dass wir alle Prinzipien aufgeben, nur um den Menschen zu gefallen. Gewisse Glaubensgrundsätze müssen wir transportieren.

Besonders schwierig ist heutzutage sicher auch die Bindung junger Menschen zur Kirche.

LINTNER: Wenn junge Menschen eine Aufgabe in der Kirche finden, bei der sie das Gefühl haben, dass es sich lohnt, sich zu engagieren, kann man sie gut motivieren. Nach der Konfirmation mit 14 Jahren sind sie erst einmal weg.

Warum ist das so?

LINTNER: Das ist eine Zeit, wo sie ihren Platz in der Gesellschaft suchen und mit allen möglichen anderen Dingen beschäftigt sind. Sich in der Kirche zu engagieren, gilt für Jugendliche oft als uncool und die in der Kirche aktiven Jugendlichen werden teils als Exoten angesehen. Schön ist, dass viele wieder zur Kirche zurückfinden, wenn sie einmal geheiratet haben und Familie haben.

Aber die Frage, wie man junge Leute stärker einbindet, bleibt?

LINTNER: So ist es. Es gibt den Satz "Die Jugend ist nicht unsere Zukunft, sondern unsere Gegenwart". Wünschen würde ich mir mehr junge Leute in gehobenen Ämtern der Evangelischen Kirche, die den Dingen einen neuen Anstoß geben und die vielleicht ein bisschen etwas von einem Revoluzzer haben. Wir müssen die Visionen herunterbrechen auf das Hier und Jetzt. Der Begriff Vision ist schwer greifbar und heißt auch, Verantwortung nicht selbst übernehmen zu müssen und Dinge auf die lange Bank zu schieben.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

LINTNER: Dass die Verbindung zwischen Pfarrgemeinden und Kirche nicht abreißt. Und dass Leute, die Kritik an der Kirche üben, ihr nicht den Rücken kehren, sondern diese Kritik innerhalb der Kirche artikulieren. Gerade in schwierigen Situationen ist die Kirche ein entscheidender Wegbegleiter. Ich bin überzeugt, dass man mit einem Glauben viel besser leben kann als ohne. Ich kann das nicht begründen, das ist meine persönliche Erfahrung.

Wie lässt sich das vermitteln?

LINTNER: Glaube hat immer mit Erfahrung zu tun, das lässt sich gar nicht vermitteln. Wenn man seinen Glauben ernst nimmt, wird es immer Zweifel geben. Ich habe mich aber vom Glauben immer gut getragen gefühlt.

INTERVIEW:ANDREAS SCHÖBERL


Kommentar

ANDREAS SCHÖBERLWeitertragen von ANDREAS SCHÖBERL

FAKTEN

Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt die Evangelische Kirche zum steirischen Kirchentag in Leoben.

Jedermann ist beim Kirchentag herzlich willkommen.

Festgottesdienst um 9.30 Uhr in der Gustav Adolf-Kirche.

Kindergottesdienst im Parterre der Montanuniversität.

Herzstück des Kirchentages ist eine Podiumsdiskussion zum Thema "Glaube und Technik".

Diese findet im Parterre des Erzherzog Johann-Traktes an der Montanuniversität Leoben statt und beginnt um 14 Uhr.

Es diskutieren: Hermann Miklas, Superintendent der Steiermark, Wilfried Eichlseder, Rektor der Montanuniversität Leoben, Inge Troch von der TU Wien und Superintendentialkuratorin von Wien, Uwe Eck, Absolvent der Montanuniversität Leoben und Funktionär der Evangelischen Jugend Steiermark.

Renata Schmidtkunz moderiert.

Ebenfalls um 14 Uhr bringt Klaus Rott, Schauspieler und Kabarettist - bekannt als "Karli Sackbauer" aus der Fernsehserie "Ein echter Wiener geht nicht unter", Humor rund um die Kanzel in der Gustav Adolf-Kirche.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind möglich.

Für Kinder ist Platz im Pfarrgarten der Gustav Adolf-Kirche.

In einem eigenen Bereich werden ihnen Versuche aus Chemie und Physik gezeigt, die an das "Wunderbare" grenzen - angelehnt an das Motto des Kirchentags.

Mit der Feuerleiter können Kinder "Leoben von oben" erleben. Die gesicherte Bühne auf 38 Metern Höhe eröffnet einen Blick über die Kirche und die Stadt.

FAKTEN

Evi Lintner, geboren in Nürnberg.

Seit 1974 in Trofaiach.

War Religionslehrerin an Pflichtschulen.

Seit 2003 Superintendentialkuratorin.

Verheiratet mit Hubert Lintner, evangelischer Pfarrer und Religionslehrer, AHS.

Babys aus der Region

KLEINE.tv

Trofaiach: Freude und Anpacken

Große Freude herrscht bei der KPÖ über das gute Wahlergebnis, die SPÖ wi...Bewertet mit 4 Sternen

 


 
Auch Ihr Foto soll hier erscheinen? Schicken Sie es uns via Upload!
 

Bezirkswetter

  • Dienstag, 21. Mai 2013
    • Min: 5°C
    • Max: 19°C
    • Nsw.: 35%
    Bewölkt
  • Mittwoch, 22. Mai 2013
    • Min: 6°C
    • Max: 18°C
    • Nsw.: 50%
    Regenschauer
  • Donnerstag, 23. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 15°C
    • Nsw.: 70%
    Regenschauer

Fotos zum Durchklicken!

Country Festival in Leoben 

Country Festival in Leoben

 

3D-Rundgang durch die Steiermark

http://www.3dpanorama.at/

Wollen Sie die Steiermark mit ihren Sehenswürdigkeiten, Städten und Kirchen einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben? Dann unternehmen Sie doch einen 3D-Rundgang durch die grüne Mark!

Hochzeiten/Jubiläen

 
Auch Ihr Foto soll hier erscheinen? Schicken Sie es uns via Upload!
 

Steirer des Tages

Stimme der Feuerwehr
Kennen Sie auch jemanden, der Besonderes leistet? Dann schreiben Sie uns!

Todesanzeigen

Todesanzeigen aller steirischen Bezirke.

Leserfotos aus dem Bezirk

 
Auch Ihr Foto soll hier erscheinen? Schicken Sie es uns via Upload!
 
 
Sie haben auch eine Meldung? Werden Sie Leser-Reporter und schicken Sie uns Ihre Texte!
 

Aboangebot

APA

Ihre Kleine kommt mit den Nachrichten von daheim auch nach Wien.

Wallpaper

 

Kontakt

So erreichen Sie das Regionalbüro Leoben: Adresse, E-Mail & Telefon.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang