Gemischte Gefühle in der Wirtschaftswelt
Die Erwartungen der Wirtschaft für die heurige Konjunkturentwicklung in der Region Obersteiermark-Ost sind trotz guter Auftragslage zu Beginn des Jahres etwas gedämpft. Unternehmer sind etwas verunsichert.

Foto © WalentaAlexander Sumnitsch, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Leoben, und Hans Mocharitsch, Obmann der Wirtschaftskammer, sprachen über die Entwicklung der Konjunktur
Wir gehen mit gemischten Gefühlen ins Jahr", meinte gestern Alexander Sumnitsch, Regionalstellenleiter der Wirtschaftskammer Leoben. Grund dafür sei die allgemeine politische Lage, das Griechenlandproblem, die Diskussionen um die Schuldenbremse und das Sparpaket, die auch Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung in der Region Obersteiermark-Ost hätten.
"Eine Krise wie in den Jahren 2008/2009 ist jedoch nicht zu erwarten, da die meisten Umfrageindikatoren im positiven Bereich liegen", betont Wirtschaftskammerobmann Hans Mocharitsch. Dennoch gebe es eine Verunsicherung, die auf der einen Seite zu Zurückhaltung bei Investitionen im Wirtschaftsbereich führe. "Auf der anderen Seite geben Private viel Geld aus, weil sie Angst haben, dass es nichts mehr wert sein könnte", so Mocharitsch.
Die Wirtschaftskammer führte eine Konjunkturumfrage unter 200 Klein- und Mittelbetrieben in der Obersteiermark-Ost durch, in der die Erwartungen für das erste Halbjahr 2012 deutlich zurückhaltend seien, obwohl die Auftragslage zu Beginn des Jahres durchaus gut sei. Die Abwärtstendenz ist vor allem in der Sparte Transport/Verkehr zu beobachten.
Trend
"Erfreulich ist, dass der Trend zur Selbstständigkeit in unserem Bezirk ungebrochen ist und über dem Durchschnitt liegt", meint Sumnitsch. Mit einer Gründungsintensität von 9,7 Prozent liege der Bezirk Leoben unter den steirischen Bezirken hinter Hartberg an zweiter Stelle. Sumnitsch belegt dies auch mit Zahlen: Im Vorjahr wurden 273 Gewerbe neu angemeldet. Die meisten Gründungen entfielen mit 151 auf Gewerbe und Handwerk, gefolgt vom Handel mit 63 Gründungen. Auffallend ist, dass die Ein-Personen-Unternehmen weiterhin steigend sind. Sie liegen bereits bei 55 Prozent. "Dabei spielen auch die etwa 150 Altenbetreuerinnen für die 24-Stunden-Pflege eine große Rolle, die auch selbstständig sind", erklärt Sumnitsch.














