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Zuletzt aktualisiert: 16.11.2009 um 20:29 UhrKommentare

"Nun sind andere am Zug"

Verteidigungsminister Norbert Darabos ist stolz auf die "hohe Reputation", die sich Österreich im Tschad erarbeiten konnte.

Verteidigungsminister Norbert Darabos

Foto © APVerteidigungsminister Norbert Darabos

Herr Minister, das Bundesheer verabschiedet sich nach fast zwei Jahren Einsatz im Tschad. Welche Bilanz ziehen Sie?
NORBERT DARABOS: Eine sehr gute. Wir waren ja eine der ersten Abordnungen hier im Tschad und konnten daraus nicht nur für uns selbst viel Know-how aufbauen, sondern - was noch viel wichtiger ist - mithelfen, die Flüchtlingssituation zu stabilisieren. Wir haben uns durch diesen Einsatz eine hohe internationale Reputation erarbeitet, die nicht zu unterschätzen ist.

Zu Beginn der österreichischen Mission wurden Sie

für die Entscheidung, Truppen im Tschad zu positionieren, scharf kritisiert...
DARABOS: Man muss dazu sagen, dass wir am Anfang damit konfrontiert waren, dass die Rebellen Österreich sogar gedroht haben. Dadurch war die Besorgnis groß. Ich erinnere mich sehr genau an meinen ersten Besuch im Tschad. Nach dem Besuch in einem Flüchtlingslager war ich so tief berührt, dass ich bereits auf dem Rückflug entschieden habe, alles daran zu setzen, dass Österreich an der Mission teilnimmt. Im Endeffekt war trotz all der Kritik genau das Gegenteil der Fall - wir haben gezeigt, dass wir ein internationales Niveau aufbringen können und die Kritik ungerechtfertigt war.

Warum zieht das Heer sein Kontingent jetzt ab, wo die Spannungen an der Grenze zum Sudan noch lange nicht gelöst sind?
DARABOS: Nach zwei Jahren ist unser Beitrag geleistet. Innerhalb der UNO muss es nämlich auch so sein, dass die Solidarität für alle gleichermaßen gilt. Das heißt, dass jetzt andere am Zug sind.

Das österreichische Bundesheer engagiert sich nicht nur im Tschad an Auslandsmissionen. Gibt es bereits Pläne für andere Missionen?
DARABOS: Österreich ist derzeit mit gut 1100 Soldaten im Ausland präsent. Es ist klar, dass wir hier im Tschad nicht wie am Golan 20 Jahre sein können. Derzeit sind wir dabei, zu evaluieren, wie es weitergehen könnte. Es herrscht eine neue Situation am West-Balkan und in Bosnien. Auch im Kosovo, wo die Kfor zurückgeschraubt werden soll, werden wir uns neu ausrichten. Ich möchte aber nicht vorgreifen, weil dazu noch nichts beschlossen wurde.

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