Guttenberg: Schloss in steirischer Stiftung
Familie des deutschen Wirtschaftsministers brachte ihr Schloss in Oberfranken in heimische Privatstiftung ein, um historisches Erbe abzusichern.

Foto © APKarl-Theodor zu Guttenberg
Was dem ehemaligen österreichischen Handelstycoon Karl Wlaschek, dem verstorbenen Industriellen Friedrich Karl Flick oder ehemals der steirischen SPÖ recht war, ist der Familie des deutschen Wirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg billig - auch sie gliedert ihr Vermögen in Stiftungen ein. Das klingt nach Steuersparmodell, heißt es in der jüngsten "Spiegel"-Ausgabe, soll aber nur die Zukunft sichern.
Schloss soll geschützt werden
Konkret geht es um den Stammsitz der Familie im oberfränkischen Guttenberg, der vor Kurzem in eine österreichische Privatstiftung eingegliedert worden ist. "Mit dieser Stiftung haben wir uns selbst enteignet", so erklärt der Bruder des Ministers, Philipp zu Guttenberg, die Existenz der Privatstiftung. Das Schloss als Kulturgut solle durch den Schritt "vor den erbrechtlichen Unwägbarkeiten in Deutschland geschützt werden", sagt Guttenberg dem "Spiegel". Mit der Stiftung solle das historische Erbe gesichert werden. Erbschaftssteuerliche Überlegungen spielten dabei keine Rolle.
Die Einbringung in eine österreichische Privatstiftung kommt nicht von ungefähr. Auf der einen Seite haben unzählige Deutsche schon vor geraumer Zeit die Vorteile des österreichischen Stiftungsrechts erkannt, auf der anderen Seite hat Guttenberg enge Beziehungen zu Österreich. Oder genauer gesagt zur Steiermark. Der Bruder des Ministers mit deutscher und österreichischer Staatsbürgerschaft lebt seit zehn Jahren im obersteirischen Radmer und ist zudem Obmann des Interessensverbandes der Land- und Forstbetriebe.
Im Gegensatz zu steirischen Stiftern dürfte Minister Guttenberg die Einbringung des deutschen Schlosses in eine österreichische Stiftung politisch nicht schaden. Laut "Spiegel" gilt der Minister in seiner Heimatgemeinde als heißer Anwärter auf die Ehrenbürgerschaft.














