Todesfall im Leobner Spital gibt Rätsel auf
Nachdem einem Koch im Landeskrankenhaus Leoben ein Magen-Bypass eingesetzt wurde, starb der 23-Jährige. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Der Stiefvater des Verstorbenen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ärzte im Landeskrankenhaus Leoben: "Da ist etwas schief gelaufen", ist Meinhard Müller überzeugt. "Der Bursch war pumperlgesund, als er sich ins Spital legte. Sieben Tage später war er tot."
23 Jahre und 145 Kilo.
Tadeusc Piec war 23 Jahre alt
und brachte 145 Kilo auf die Waage. Der Koch wollte abnehmen und ließ sich von den Ärzten im LKH Leoben beraten. Man einigte sich auf einen Magen-Bypass, der ihm am 17. März dieses Jahres eingesetzt wurde. Die Operation verlief ohne Komplikationen. Meinhard Müller erinnert sich, dass sein Stiefsohn schon am dritten Tag aufstehen und im Gang spazieren gehen durfte. "Es ging ihm gut. Zwei Tage später hätte er nach Hause dürfen."
Fieber.
Doch dann bekam der gebürtige Pole plötzlich Fieber. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Tadeusc Piec wurde in künstlichen Tiefschlaf versetzt und bekam ein Breitband-Antibiotikum verabreicht.
Zeit der Ungewissheit.
Für die Angehörigen begann eine Zeit der Ungewissheit. "Niemand hat uns etwas Genaues sagen können. Die zuständigen Ärzte auf der Chirurgie waren ratlos", erzählt Müller. "Immer wieder haben sie betont, nicht zu wissen, wo der Entzündungsherd liegt." Der Zustand des Patienten verschlechterte sich noch mehr, die Körpertemperatur stieg weiter an. "Am Karsamstag sprachen die Ärzte von einem sehr kritischen Zustand", behauptet Müller. "Am Sonntag hieß es dann plötzlich, dass eine Notoperation durchgeführt werden muss. Am Abend bekamen wir den Anruf, dass Tadeusc gestorben ist. Angeblich hatte er eine Blutvergiftung unter der Bauchdecke, die zu einem Totalversagen der Organe geführt haben soll."
Abgewiesen.
Als die Angehörigen den Verstorbenen noch ein Mal sehen wollten, wurden sie abgewiesen. Die Leiche sei schon der Gerichtsmedizin übergeben worden, verlautete es aus dem Krankenhaus. "Seither", so Müller, "werden wir im Kreis geschickt."
Keine Stellungnahme.
Die Kleine Zeitung versuchte ebenfalls vom Krankenhaus eine Stellungnahme zu bekommen. Der Leiter der Chirurgie war jedoch nicht erreichbar.
Die Leiche wurde beschlagnahmt, die Staatsanwaltschaft Leoben leitete Ermittlungen ein.














