Die ältesten Ackerbauern des Landes
Sensationsfund in Rannersdorf: Archäologen entdeckten Werkzeuge aus der Zeit um 4500 vor Christus, die auf die ersten sesshaften Ackerbauern schließen lassen.
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Schon seit Jahren werden von Archäologen in Rannersdorf (Marktgemeinde Mettersdorf am Saßbach) wissenschaftliche Grabungen durchgeführt und interessante Funde im Boden entdeckt. Unter anderem ein Gutsbereich mit Speicherbau und Badehaus aus römischer Zeit (die Kleine Zeitung berichtete).
Die letzte Grabung brachte jedoch eine Sensation ans Tageslicht. "Es handelt sich um Steinbeile, Steinäxte und scharfe Klingen. In einer Abfallgrube konnten wir diverse Klingenabschläge, Keramikteile, kleine Knochen und Speisereste finden. Die Datierung hat ergeben, dass dieses Dorf bereits 4500 Jahre vor Christus bestand", berichtet Ausgrabungsleiter Bernhard Schrettle. Damit dürfte es sich um die ersten sesshaften Ackerbauern in der Steiermark gehandelt haben. Als Sensationsfund bezeichnet Schrettle den Fuß einer menschlichen Idolfigur.
Die nähere Untersuchung der steinzeitlichen Funde erfolgte durch Michael Brandl: "Es handelt sich um geschliffene und geschlagene Steingeräte, die von den steirischen Typen abweichen. Es hat hier auch ein Werkstättenareal bestanden, da nicht nur fertige Produkte, sondern auch Steinkerne und halbfertige Steinbeile gefunden wurden."
Rätsel um die Herkunft
Woher die Materialien kamen untersuchte der ehemalige Leiter der Mineralogie am Landesmuseum Joanneum, Walter Postl: "Die meisten Steinwerkzeuge sind aus Serpentinit, der sich gut bearbeiten lässt. Diese Rohstoffe kommen wahrscheinlich aus der Nähe, denn wer trägt schon gerne schwere Steine von weit her." Eine wahrscheinliche Herkunft sei Pöllauberg bei St. Peter am Ottersbach, aber auch ein Import aus dem Burgenland sei möglich. Auch aus Obsidian wurden Steinklingen gefunden. Dieses Grundmaterial gibt es in der Steiermark nicht und dürfte aus Nordostungarn oder aus dem südostslowakischen Raum stammen. Um Basaltglas, das oft irrtümlich als Obsidian vom Steinberg Mühldorf bezeichnet wird, handelt es sich bei diesen Geräten nicht.
Die Funde können im kleinen Museum von Johann Schweigler in Rannersdorf besichtigt werden. Anmeldungen für eine Führung sind unter Tel. (0 34 77) 35 17 oder (0664) 46 34 448 möglich.
Siehe auch Thema Seiten 20/21









