Vom Stolz der Steirer auf ihr Land
Landwirtschaftliche Berater und Lehrer aus halb Europa besuchten gestern bäuerliche Betriebe. Sie waren beeindruckt von der Wertschöpfung und Wertschätzung der Produkte.
Mehr als 300 landwirtschaftliche Berater und Lehrer tagen derzeit auf Schloss Seggau. Den gestrigen Tag verbrachten sie allerdings nicht am und im Sulmsee, sondern bei bäuerlichen Betrieben der Region. Diese öffneten für die Gäste aus halb Europa ihre Hoftüren - und bekamen als Dank für die Führungen Lob und Anerkennung.
"Es ist faszinierend, wie in der Steiermark die Wertschöpfung funktioniert", erklärte etwa die deutsche Delegationsleiterin Edda Albers. Sie ist Direktorin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und zugleich Präsidentin des Beraterverbandes mit Mitgliedern aus 18 europäischen Ländern. Am Betrieb von Krenbauer Martin Kern, Obmann des Erzeugerverbandes Steirischer Kren g.g.A., in Rannersdorf hob sie etwa den "Stolz der Steirer auf ihren eigenen Produkte" hervor. "In Niedersachsen wird zu viel produziert. Da ist die Wertschätzung für landwirtschaftliche Produkte nicht so groß. In Österreich gibt es ein ganz anderes Selbstverständnis für die Lebensmittel."
Beeindruckt zeigte sich auch der Schweizer Ulrich Ryser, Direktor der halbstaatlichen landwirtschaftlichen Beratungseinrichtung Agridea. "Man merkt hier den Stolz auf die eigenen Produkte. Das ist phänomenal." Wichtig sei es, dass die bäuerlichen Betriebe nicht zu groß würden: "Die Arbeitsfalle ist nämlich eine Riesengefahr."
Auf ihrem Hof in Dietzen erzählte wiederum "Käferbohnen-Königin" Michaela Hofer vom Anbau der Bohnen, dem Käferbohnen-Kabinett oder dem Bestreben, von der EU einen Herkunftsschutz für die Käferbohne verliehen zu bekommen. Am Programm standen gestern weiters Besuche beim Kürbishof Gartner in Fehring, der Ölmühle Labugger in Lebring oder beim Buschenschank Fröhlich in Altenberg. Und heute? Da wird etwa eine Vertreterin des EU-Agrarkommissars über die künftige EU-Agrarpolitik referieren.









