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Zuletzt aktualisiert: 16.09.2009 um 22:15 UhrKommentare

Mehr Geld für Sonnenstrom

In 150 steirischen Gemeinden sollen Solarkraftwerke entstehen. Estag und Partner zahlen dabei die Hälfte. Private Sonnenstrom-Produzenten können ab sofort ins Netz einspeisen.

Betreiber von Solarkraftwerken, die ins Netz der Estag einspeisen, erhalten 15 Cent je Kilowattstunde

Foto © APABetreiber von Solarkraftwerken, die ins Netz der Estag einspeisen, erhalten 15 Cent je Kilowattstunde

Die Stromkonzerne des Landes binden sich ein grünes Mascherl um. Im Visier: Strom von der Sonne. Beziehungsweise dessen Produzenten. So zielt die große Förder-Aktion der Energie Steiermark (Estag) und oststeirischer Stadtwerke sowohl auf private als auch auf kommunale Betreiber von Photovoltaik-Anlagen ab. In 150 steirischen Gemeinden sollen solche Solarkraftwerke entstehen, die mit zehn Kilowatt Leistung fast dreimal so groß sein sollen wie durchschnittliche Privatanlagen.

Die Estag zahlt dabei anfangs 50 Prozent der Investitionskosten. "Ziel ist es, so 1500 Kilowatt zusätzliche Leistung zu installieren", sagt Estag-Vertriebschef Christian Purrer, der nicht verhehlt: "Bei aller Förderung bleibt Photovoltaik bei der Stromerzeugung im Promille-Bereich." Dennoch brauche es solche Projekte, um die Leute zu sensibilisieren.

Kundenbindung

Und was hat die Estag davon, wenn Gemeinden selbst Strom produzieren? "Kundenbindung", sagt der Konzernsprecher Urs Harnik. Denn Strom gibt's ja nur, wenn's hell ist bzw. die Sonne scheint. Den Rest der Zeit müssen auch Betreiber von Photovoltaik-Anlagen Strom zukaufen.

Im Gegenzug gibt's an sonnigen Tagen zu viel Strom. Diesen kauft die Estag nun erstmals auch privaten Betreibern ab. "Um 15 Cent je Kilowattstunde, das ist um 50 Prozent mehr als der Verbund zahlt", so Harnik. Alles, was man für diese Einspeisung ins Netz zusätzlich investieren müsse, sei ein Zähler.

Bei dieser Aktion "Select Sun" machen Energie Graz, Stadtwerke Hartberg, Pichler Werke, Energie Wildon-Obdach und Feistritzwerke-Steweag mit. Mehr Infos unter der Hotline: 0800 735 328.

ULRICH DUNST

Fakten

. . . dass eine Photovoltaik-Anlage bei einem Einfamilienhaus im Schnitt 4 Kilowatt Leistung hat und 20.000 Euro kostet?

. . . dass in der Steiermark bis 2008 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von erst 2716 Kilowatt installiert wurden?

. . . dass es im vergleichsweise kleinen Vorarlberg bis zum Vorjahr bereits dreimal so viel Sonnenstromfläche gab?

. . . dass mit der steirischen Förder-Aktion für Gemeinde-Anlagen zusätzlich 1500 Kilowatt Leistung installiert werden?

. . . dass die größte steirische Anlage an der Autobahn Gleisdorf 100 Kilowatt Leistung hat?

. . . dass heuer an einem Tag zehn mal mehr Steirer um eine Solarförderung vom Bund angesucht haben, als Mittel zur Verfügung standen?

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