Heiße Luft wird zu Strom
Die bei der OMV-Gasverdichterstation in Weitendorf anfallende Abwärme soll mit einer neuartigen Anlage bald in Strom umgewandelt werden.
Was tun mit der Abwärme? Diese Frage sorgte im Vorfeld der Errichtung der OMV-Gasverdichterstation in Weitendorf für hitzige Diskussionen (wir berichteten). Mittlerweile ist die Anlage, die das Erdgas zum Weitertransport per Pipeline in den Süden komprimiert, voll in Betrieb. Seit gestern steht auch fest, was mit der dabei anfallenden, über 500 Grad Celssius heißen Abwärme passiert.
Erfolgte doch der Spatenstich für eine in Österreich bislang einzigartige Anlage, die Abwärme in elektrischen Strom umwandelt (siehe Infokasten). Ohne, dass zusätzliche Energie eingesetzt werden muss, soll ab Sommer 2011 Strom für umgerechnet rund 28.500 Haushalte erzeugt und in das öffentliche Netz eingespeist werden. "Dieses Pilotprojekt spielt bei unseren Plänen für den Ausbau des Stromgeschäfts eine bedeutende Rolle", meinte Martin Thomas, Geschäftsführer der OMV Power International GmbH. Billig sind diese Pläne allerdings nicht: Die Gesamtkosten für die Abwärmenutzungsanlage liegen bei rund 45 Millionen Euro. "Dafür haben wir ein zukunftsweisendes Modell, wie man Abwärme sinnvoll und gewinnbringend nutzen kann", ist Thomas überzeugt.
Neben dem rein wirtschaftlichen ist aber auch der umwelttechnische Aspekt der Anlage nicht außer Acht zu lassen. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Steinkohlekraftwerk werden rund 90.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Bei Bedarf kann laut Thomas sogar noch Nahwärme geliefert werden, vorzugsweise an Industriekunden. "Wir hatten eine Nutzung für das Gemeindegebiet angedacht. Die Errichtungskosten für die Leitungen sind derzeit aber zu hoch", erklärte Weitendorfs Bürgermeister Franz Plasser.
Features
Kommentar
STROM AUS ABWÄRME
Bei der Verdichtung von Erdgas entsteht heiße Luft.
Aus dieser Abwärme wird Dampf erzeugt, der eine Turbine antreibt. Diese treibt wiederum einen Generator an, der elektrischen Strom produziert.
Die Anlage hat eine Kapazität von 16 Megawatt, pro Jahr sollen rund 100 Gigawattstunden Strom, das entspricht 28.500 Haushalten, erzeugt werden.







