Nicht artgerechte Haltung im Schweinestall
Verletzte Schweine in Lichendorf: Strafverfahren wird eingeleitet. Etliche der Tiere müssen geschlachtet werden. Der Bauer wehrt sich.

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Heiß her - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - ging es gestern auch auf dem Bauernhof in Lichendorf (Gemeinde Weitendorf bei Wildon), von dem Fotos von verstümmelten und verletzten Schweinen an die Öffentlichkeit gelangten (die Kleine Zeitung berichtete). Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad untersuchten Experten der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz die Schweineställe, erste Maßnahmen wurden gesetzt.
"Die verletzten Schweine wurden behandelt, aber ohne große Wirkung", erläuterte der Leibnitzer Amtstierarzt Franz Krispel. Laut dem Leibnitzer Bezirkshauptmann Manfred Walch müssen wohl vier der Tiere wegen extremer Gelenksentzündungen geschlachtet werden.
Gegen den Landwirt wird nun ein Strafverfahren nach dem Tierschutzgesetz eingeleitet. "Denn die Vorwürfe sind zum Teil berechtigt, es gab Mängel in der Haltung", weiß Franz Krispel. "In erster Linie handelt es sich um Schlampigkeit." So hätte es offenbar Fütterungsfehler gegeben, auch die Beschäftigung der Tiere sei nicht ordnungsgemäß gewesen. Nun müssen die Tiere genügend Beschäftigungsmaterial wie Holzstücke bekommen. Außerdem müssen zusätzliche Tränken installiert werden, da die bestehende Fütterungsanlage aufgrund der Hitze nicht ausreicht.
Imageschaden für die Branche
Krispel spricht von einem Imageschaden: "Und zwar nicht nur für den betroffenen Bauern, sondern für die ganze Branche." Auch der betroffene Landwirt bangt um seinen Ruf und sein Geschäft: "Ich bin in hundert Jahren kein Tierquäler. Es ist alles tausendprozentig in Ordnung, es wird alles hochgespielt."
So seien die Fotos in einem Stall, in dem verletzte Tiere untergebracht würden, geschossen worden. Die kranken Tiere würden ständig behandelt werden. Außerdem hätte es zahlreiche Kontrollen gegeben: Etliche Male pro Jahr kämen Tierärzte von den Behörden und dem Handel. Der Bauer (derzeit hat er rund 1170 Sauen) erwägt nun seinerseits eine Anzeige: "Immerhin wurde bei mir eingebrochen." Einen konkreten Verdacht will er nicht äußern: "Es gibt aber eine Gruppe, die den Betrieb unbedingt weghaben will. Und diese arbeitet mit allen Mitteln."
Keine Beanstandungen
Übrigens: Der Betrieb wurde von Amtstierarzt Krispel bereits im Jänner 2007 kontrolliert. Damals hatte es Beschwerden wegen der Geruchsbelästigung gegeben. Krispel: "Damals wurden alle Bedingungen eingehalten. Der Betrieb war mit 1000 Tieren zwar an der erlaubten Grenze, es gab aber keine Beanstandungen nach dem Tierschutzgesetz."
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Abgebissene Schwänze durch StressFoto © www.vgt.at
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Vollkommen abgebissener SchwanzFoto © www.vgt.at
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Stark angeschwollenes und wundes Bein aufgrund des VollspaltenbodensFoto © www.vgt.at








