"Rettungsanker" und das "Ausrotten des Landes“
Strukturreform in Leibnitz: In etlichen Gemeinden strebt man größere Einheiten an, andere wollen um jeden Preis eigenständig bleiben. Und viele warten noch ab

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1.Heiligenkreuz strebt – sofern es wirtschaftlich passt – eine Gemeinde mit Empersdorf, St. Ulrich sowie den Feldbacher KommunenEdelstauden und Pirching an. Letztere wollen nur zu zweit zusammengehen, dafür gibt es auch je einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse. Eventuell will man Frannach ins Boot holen. Abwartend gibt man sich in St. Ulrich, kritisch inEmpersdorf: "Wir sehen keinen Bedarf und Vorteil bei einer Gemeindefusion“, so Bürgermeister Alois Baumhackl.
2.Wildon und Weitendorf führen intensive Gespräche. Wildons Orts-Chef Gerhard Sommer befürwortet größere Einheiten. In Stocking hält sich laut Bürgermeister Franz Egger, der in die Verhandlungen eingebunden ist, die Begeisterung in Grenzen. Der Ortsteil Hart könnte ein Teil von St. Georgen/Ragnitz werden.
3.St. Georgen und Ragnitz befinden sich laut Bürgermeister Wolfgang Neubauer in der Analysephase. Man teilt sich schon jetzt Standesamt, Feuerwehr, Musik, Theater, Pfarre oder Schule. Rudi Rauch (Ragnitz) spricht sich für Kooperationen, aber gegen Fusionen aus: ?Das ist das Ausrotten des ländlichen Raumes.“
4.Im Rahmen der Kleinregion Hengist arbeiten Hengsberg, Lang und Lebring bereits eng zusammen. Das Analyseverfahren läuft, Funktionäre und Bewohner können aber noch keine entscheidenden Vorteile einer Fusion erkennen.
5.Das Land liebäugelt mit einer bezirksübergreifenden Großgemeinde rund um das Zentrum Wolfsberg. Einige Gemeinden sind aber noch unsicher. Glojach sympathisiert mit Jagerberg und St. Stefan im Rosental. Für St. Nikolai ob Draßling ist auch St. Veit am Vogau eine Option.
6.Die Kernraumgemeinde mit über 20.000 Einwohnern ist fern. Freiwillig werden wohl nur Leibnitz und Kaindorf fusionieren. Gralla, Wagna, Tillmitsch und Seggauberg kämpfen für ihre Eigenständigkeit.
7.Pistorf und Gleinstätten führen intensive Gespräche. ?Wenn unter dem Strich etwas Positives herauskommt, bin ich nicht gegen eine Zusammenlegung“, so Franz Koller (Pistorf). Gottfried Schober (Gleinstätten) sieht in einer Fusion ?mittelund langfristig Vorteile“. St. Andrä/Höch ist hingegen in den Gesprächen nicht mehr dabei – laut Rudolf Stiendl hat man genügend Infrastruktur und will eigenständig bleiben.
8.In Kitzeck stieg man nach einer Abstimmung im Gemeinderat aus den Verhandlungen mit Heimschuh und Seggauberg aus. In Heimschuh ist man für weitere Gespräche bereit.
9.St. Veit am Vogau wäre wohl stark genug, um alleine zu bleiben. Es gefällt sich aber in der Rolle als Rettungsanker für Weinburg und Murfeld, die mit einem Wechsel vom neuen Bezirk Südoststeiermark nach Leibnitz spekulieren. Auch St. Nikolai ob Draßling hat angeklopft.
10.Die Rebenland-Gemeinden Leutschach, Eichberg- Trautenburg, Schloßberg und Glanz wollten schon 2005 fusionieren – das scheiterte am Nein der Glanzer Bevölkerung und Funktionäre. Auch heute steht Glanz mit Bürgermeister Reinhold Elsnig auf der Bremse. Laut Erich Plasch (Leutschach) gibt es "konstruktive Gespräche“.
11.Gamlitz befindet sich in einer komfortablen Position. Die starke Weinbau- und Tourismusgemeinde könnte, muss aber mit niemandem fusionieren. Die große Weinstraßen-Lösung scheitert an persönlichen Differenzen zwischen den Hauptakteuren. Lediglich Sulztal konnte sich für Gamlitz begeistern.
12.Retznei, Ehrenhausen und Ratsch können sich mit der Bildung einer gemeinsamen Weinstraßen-Gemeinde abfinden. Berghausenwehrt sich noch, Sulztal ist fix bei Gamlitz. Noch nicht entschieden hat sich Spielfeld, das wegen seines Autobahnanschlusses und seiner Gewerbeflächen auch von der potenziellen Großgemeinde Straß-Vogau- Obervogau umworben wird.
13.Das finanzstarke Vogau hat Angst, bei einer Fusion mit Obervogau und Straß zu verlieren. Spielfeld hält sich auch die Tür zur Weinstraße offen. Interesse bekundet die Radkersburger Gemeinde Murfeld.
14.Allerheiligen, Gabersdorf, Großklein, St. Johann, Oberhaag und Arnfels sollen von Landesseite her allein bleiben.
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Grafik vergrößernSo könnte die zukünftige Gemeindestruktur im Bezirk Leibnitz aussehenGrafik © Kleine Zeitung








