Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
21. Mai 2013 23:00 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Pfingstbilanz weniger blutig als sonst Rollrasenverlegung mit Hindernissen Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nachrichten aus Wagna und Umgebung Nächster Artikel Pfingstbilanz weniger blutig als sonst Rollrasenverlegung mit Hindernissen
Zuletzt aktualisiert: 06.07.2012 um 11:14 UhrKommentare

Wenn die Schulen für immer schließen

Letzter Schultag. Die Fachschule in Wagna sowie die Volksschulen in Gressenberg, St. Jakob im Freiland, Soboth und Großwalz sind mit dem heutigen Tag nur noch Geschichte.

Die kleine Bergschule in Gressenberg wird heute aufgelassen

Foto © PrivatDie kleine Bergschule in Gressenberg wird heute aufgelassen

In den Gängen, im Büro von Walburga Gritsch, pädagogische Leiterin der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft Wagna, stehen Kisten mit Unterlagen, Ordnern und Utensilien, die an eine über 60-jährige Geschichte der Bildungsstätte erinnern. Nach und nach werden die Sachen abgeholt. Ab heute ist die Fachschule Geschichte. Gestern Abend haben die letzten Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse und Zertifikate in Empfang genommen. Wagna ist einer von 35 Schulstandorten, die den Schließungsplänen des Landes zum Opfer fallen.

Nach wie vor herrscht darüber Unverständnis. "Da geht es nicht um mich, ich war immer gerne Lehrerin und werde auch künftig gerne unterrichten. Hier geht es um einen Schultyp, der zukunftsorientiert ist und um einen Standort, der gute Schülerzahlen hatte", schildert Gritsch. Die letzten Wochen sind dem neunköpfigen Lehrer-Team an die Nieren gegangen. "Es hat Substanz gekostet, wir sind gesundheitlich alle angeschlagen", so Gritsch. Sieben Kolleginnen werden im Herbst in der Fachschule Neudorf arbeiten, zwei junge Kolleginnen wurden freigesetzt, müssen sich neu orientieren. "Das ist besonders schlimm."

Kaputt

Arg sei die Stimmung in den letzten beiden Wochen gewesen. Alles musste leer geräumt werden. Dabei wurden Dinge gefunden, die an schöne Erlebnisse erinnerten. An Zeiten, in denen niemand gedacht hätte, dass die Schule im 62. Jahr ihres Bestehens zugesperrt werden würde. "Es wurde soviel aufgebaut, viel Positives erreicht, das macht man mit einem Schlag kaputt", so Gritsch, die weiß, wie wichtig ein positiver Neuanfang im Herbst ist. "Die Ferien werden wir nutzen, um Abstand zu gewinnen. Im September starten wir neu durch."

Ein Neubeginn wartet auch auf Schüler und Lehrer der Volksschulen Gressenberg, St. Jakob im Freiland, Soboth und Großwalz. Sie erhielten ebenfalls einen Auflassungsbescheid. Zu gering seien die Schülerzahlen, heißt es, in größeren Einheiten sei die pädagogische Qualität besser. "Sie wollten unsere Schule einfach weghaben", ist Susanne Kleindienst-Schulze, 16 Jahre Lehrerin in St. Jakob im Freiland, bitter enttäuscht. "Es wird nicht nur die Klassengemeinschaft zerrissen, es wird viel mehr zerrissen. Überall wird eingespart." Drei Kinder gab es in der Dorfschule, als sie vor mehr als 16 Jahren als Lehrerin ihren Dienst antrat. Heute sind es elf Buben und Mädchen, in den nächsten Jahren sei die Tendenz steigend. Zu wenig. Die Kinder werden künftig die Schulen in Kloster, Bad Gams, Frauental und Deutschlandsberg besuchen. Und ihre Lehrerin? "Ich bleibe im Bezirk."

Ob Peter Mathauer, seit 25 Jahren Direktor und Lehrer in der Bergschule Gressenberg weiter unterrichten will, weiß er noch nicht. "Ich bin bald 58, überlege, ob ich in Frühpension gehe." Die Enttäuschung über das Aus der Schule sitzt tief. "Wir wollen heute den letzten Tag in Ruhe über die Bühne bringen, gehen mit Eltern und Kindern auf die Alm." Politiker will man in der Berggemeinde heute keine sehen. "Auch der Bezirkshauptmann wollte kommen. Aber wir haben kein Interesse." Drei der 13 Kinder wechseln nun in einen höheren Schultyp, neun in die Volksschule Schwanberg, ein Kind nach Trahütten. Sie fanden zum Abschied berührende Worte. "Schade um unsere Schule - ich hatte alle sehr lieb", sagte etwa Markus aus der ersten Schulstufe.

Sehr emotional

Die letzten Zeugnisse in der vertrauten Schulumgebung erhalten heute auch zwölf Kinder in Soboth von ihrem Lehrer Johann Stiegler. Und im südsteirischen Großwalz wird Direktorin Doris Koschar den zwölf Buben und Mädchen schöne Ferien wünschen. Ein Wiedersehen im Herbst gibt es nicht. Koschar wechselt voraussichtlich in die Volksschule Oberhaag, die Kinder nach Leutschach und Langegg. "Wir sind durch das Jammertal durch, aber es ist sehr emotional. Es war uns ein Anliegen, die Kinder positiv zu stimmen." Für die Gemeinde Schloßberg sei der Verlust der Schule ein "schwerer Verlust": "Unser Land wird ein ausgehungert." Mittwoch gab es eine kleine Abschiedsfeier - ohne Politiker, wie Koschar betont. Heute muss sie ein Übernahmeprotokoll des Gebäudes durch die Gemeinde unterschreiben. Auf einem Flohmarkt werden etliche Schulutensilien verkauft. In der 1949 gegründeten und nach Landeshauptmann Josef Krainer benannten Schule gibt es dafür keine Verwendung mehr.

THOMAS WIESER, BETTINA KUZMICKI

Kommentar

THOMAS WIESEREin Verlust von THOMAS WIESER

Gemeindewetter

  • Dienstag, 21. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 22°C
    • Nsw.: 20%
    Wolkig
  • Mittwoch, 22. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 19°C
    • Nsw.: 75%
    Gewitter
  • Donnerstag, 23. Mai 2013
    • Min: 10°C
    • Max: 16°C
    • Nsw.: 45%
    Bewölkt
Dreitagesprognose aufs Handy!
SMS mit WETTER 8435 an 0900 872 872. 0,30 €/SMS


Babys aus der Gemeinde

Hochzeiten/Jubiläen

Leserfotos aus der Gemeinde

Treten Sie mit uns in Kontakt!

 
 
Sie haben auch eine Meldung? Werden Sie Leser-Reporter und schicken Sie uns Ihre Texte!
 

Wallpaper

 

Todesanzeigen

Todesanzeigen aller steirischen Bezirke.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang