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    Zuletzt aktualisiert: 08.09.2011 um 05:55 UhrKommentare

    Flavia Solva: Aufschrei gegen die Schließung

    Carnuntum macht mit Sensationsfunden Schlagzeilen. Das steirische Flavia Solva soll zugeschüttet werden. Jetzt regt sich Protest.

    Foto © Lenhard

    Erst dieser Tage sorgte die antike Römerstadt Carnuntum mit dem Sensationsfund einer Gladiatorenschule für Aufsehen. Doch während ebendort in Niederösterreich die Römerzeit in der diesjährigen Landesausstellung für Furore sorgt, "verabschiedet" man sich diesseits des Semmerings gedanklich schon von der großen Geschichte.

    Dass das Universalmuseum Joanneum aus Spargründen mit Flavia Solva die einzige steirische Römerstadt zuschütten lassen will (wir berichteten exklusiv), sorgt für helle Aufregung unter Experten und in der Region. Allen voran kämpft nun Bürgermeister Peter Sunko aus Wagna, in dessen Marktgemeinde das von der Schließung bedrohte Römermuseum liegt, gegen das Aus. Er will mit den Verantwortlichen noch einmal verhandeln: "Flavia Solva ist ein Stück unserer Identität, das wollen wir nicht einfach aufgeben."

    Empört zeigen sich auch langjährige Kämpfer für die Freilegung und Erhaltung der antiken Ausgrabungsstätte. Für Hasso Hohmann, Baugeschichte-Dozent an der TU Graz, ist es einfach "unglaublich, wie man hier mit der Geschichte umgeht". Hier wolle man die römerzeitliche Landeshauptstadt, die größer sei als die Grazer Altstadt, einfach zuschütten.

    Die Relikte der Neandertaler

    In Peggau fand man Österreichs älteste Menschenspur.
    Im Jahr 1910 durch einen Bergmann namens Repolust entdeckt, fand man in dieser Höhle nördlich von Graz die bislang ältesten Spuren menschlicher Existenz in Österreich. Für diese bedeutende Entdeckung verantwortlich zeichnete die Archäologin Maria Mottl, die 1947 bei Feststellungsgrabungen auf altsteinzeitliche Artefakte stieß und damit eine genauere Untersuchung veranlasste. Neben ehemaligen Feuerstellen in Form von Kohleanhäufungen legte man auch rund 1700 Steingeräte sowie erste mitteleuropäische Hinweise auf menschlichen "Schmuck" aus Knochen frei. Die ältesten Funde weisen ein Alter von etwa 300.000 Jahren auf. Nach illegalen Grabungen 1980 war die Höhle zugeschüttet, nun verschloss man sie mit einem Eisengitter.


    Ein Fürstengrab der Eisenzeit

    Der einzigartige Kultgegenstand stammt aus Judenburg.
    B ei Judenburg tut sich archäologisch Spannendes: Der bedeutendste Fund in der Region ist der weltbekannte "Strettweger Kultwagen" aus der europäischen Eisenzeit. Er wurde 1850 in einem Fürstengrab entdeckt und besitzt einen Versicherungswert von 50 Millionen Euro. Experten vermuten, dass er ein Ritual oder eine Opferprozession darstellt. Unweit seines Fundortes hat nun das Archäologen-Ehepaar Susanne und Georg Tiefengraber am Falkenberg die größte prähistorische Siedlung des Südostalpenraumes geortet. Die bis dato sechs Grabungen sowie die im Oktober geplante Erkundung werden durch private Sponsoren finanziert, sind also von den Joanneum-Sparplänen nicht betroffen. Man wird aber öffentliche Gelder benötigen, um die Geheimnisse der Hallstattzeit weiter zu lüften.


    Weitere Stätten der Römer

    Wichtige Römerfunde im Süden und Osten des Landes.
    Neben Flavia Solva gibt es weitere wichtige freigelegte Fundstätten der Römerzeit: Die Kultstätte in Frauenberg ist schon länger bekannt. Seit 2004 gibt es in Retznei Ausgrabungen eines keltischen Gehöfts, auf dem später zwei römische Thermen errichtet wurden. Reste von Wandmalereien, marmorner Wandvertäfelungen und von Fußbodenheizungen wurden freigelegt. "Die Fundstelle in Retznei gehört zweifellos zu den bedeutendsten Orten des archäologischen Erbes in der Steiermark", meint Archäologe Bernhard Schrettle von der Initiative ASIST. Bei Hartberg wurde unter der Ägide des Bundesdenkmalamtes die römische "Villa rustica" freigelegt. Es handelt sich um einen prächtigen Gutshof aus dem 2. bis 4. Jahrhundert nach Christus.

    Für den Chefarchäologen im Bundesdenkmalamt, Bernhard Hebert, steht jetzt schon fest: "Liegen die Ruinen wieder unter der Erde, leidet die Attraktivität natürlich sehr." Dann werde sich wohl kein Mensch mehr Flavia Solva anschauen: "Und das ist wirklich sehr bedauerlich."

    Handle es sich doch neben Carnuntum und Aguntum (Osttirol) um eine von österreichweit nur drei freigelegten Römerstädten. Freilich sind die Denkmalschützer auch Auslöser für die umstrittenen Pläne. Denn das antike Mauerwerk müsse dringend saniert werden, um es zu erhalten. Die geschätzten Kosten von 400.000 Euro hat das Joanneum aber aufgrund des Sparbudgets des Landes nicht zur Verfügung. Hebert gesteht: "Natürlich ist das Zuschütten eine geeignete konservatorische Maßnahme."

    Der ressortzuständige Kulturlandesrat Christian Buchmann erfuhr von diesen Plänen erst aus der Zeitung und will nun prüfen lassen, "ob diese Radikalmaßnahme wirklich notwendig ist". Auch Landeshauptmann Franz Voves, der derzeit im Ausland weilt, will sich in die Sache noch einmal einschalten. Die FPÖ will in der nächsten Landtagssitzung die Restaurierung der Anlage beantragen.

    THEMA-TEAM: BERND HECKE, HELMUT BAST, BETTINA OBERRAINER, ANDREAS TERLER

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