Offene Jugendarbeit vor dem Start
Leibnitzer Gemeinderat beschließt einstimmig gemeindeübergreifendes Jugendprojekt. ÖVP ortet diverse Versäumnisse bei Abwasserverband Leibnitz-Wagna- Kaindorf.
Nägel mit Köpfen wurden Dienstag abend im Leibnitzer Gemeinderat hinsichtlich eines gemeindeübergreifenden Jugendprojektes gemacht. Harry Kühschweiger und Roland Baldrian von der Wiki Kinderbetreuungs GesmbH präsentierten den Gemeinderatsmitgliedern ihr Regionalkonzept für offene Jugendarbeit in der Kleinregion Kernraum Leibnitz. Maßgeblich finanziell unterstützt vom Land Steiermark soll demnach ein Jugendtreff im Jugend- und Familiengästehaus installiert werden, der 20 Stunden pro Woche - betreut von Experten - geöffnet haben wird. Zusätzlich wird in den Gemeinden Gralla, Kaindorf/Sulm, St. Nikolai/Sausal, Wagna, Seggauberg und Tillmitsch eine mobile Jugendarbeit umgesetzt. Kaindorf und Gralla haben den Grundsatzbeschluss zur gemeinsamen Jugendarbeit bereits gefasst, Leibnitz tat es Dienstag abend und die übrigen Gemeinden sollen noch im Februar folgen.
Einige Fragen tauchten vor der Beschlussfassung allerdings schon noch auf. "Uns geht es darum, dass in Leibnitz bereits arbeitende Vereine eingebunden werden", betonte etwa ÖVP-Vizebürgermeister Guido Jaklitsch. Bürgerforum-Mann Franz Vollmann äußerte die Befürchtung, dass es schwierig werden könnte, die Jugendlichen in den Treff zu bekommen. Diese Sorge teilt Kühschweiger nicht und verwies auf bereits erfolgreich laufende Projekte wie etwa im oststeirischen Birkfeld. Christine Koller (VP) äußerte Bedenken hinsichtlich der Tatsache, dass der Jugendtreff im Jugendgästehaus kein eigener Raum sein soll, sondern quasi im Foyer umgesetzt werden soll: "Ist Jugendarbeit da nicht schwierig umzusetzen, bedarf es da nicht auch einer gewissen Intimsphäre?"
Bürgermeister Helmut Leitenberger (SPÖ) konterte: "Das Wort Treff sagt nichts über die Räumlichkeiten aus. Es gibt im Jufa Möglichkeiten, lasst uns starten." Kühschweiger beruhigte: "Wir haben uns konzeptionell schon viele Gedanken gemacht. Keine Sorge, es wird einen Rückzugsbereich geben." Walter Lesky, freier Gemeinderat, zeigte sich froh über den Projektstart: "Endlich wird gut, was lange währt." Die Beschlussfassung erfolgte einstimmig.
Bereits in der Fragestunde versuchte Koller Bürgermeister Helmut Leitenberger als Obmann des Abwasserverbandes Leibnitz-Wagna-Kaindorf in die Enge zu drängen. Koller ortet Gefahr im Verzug bei den Bilanzabschlüssen ("Bis jetzt liegt erst der Rechnungsabschluss 2007 vor.") sowie beim Bau der Kläranlage in Wagna ("In welcher Höhe bewegen sich die Kostenüberschreitungen?") und der Causa "Kanalspülwagen" ("Welche zusätzlichen Kosten sind hier entstanden?"). Leitenberger sicherte unaufgeregt zu, die entsprechenden Antworten bis zur nächsten Sitzung schriftlich abzuliefern.









