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Zuletzt aktualisiert: 17.01.2011 um 20:17 UhrKommentare

"Mit offenen Augen durch die Berufswelt gehen"

Berufsorientierung in den Fachschulen für Land- und Ernährungswirtschaft Neudorf und Wagna. Ein Intensivprogramm soll den Jugendlichen Einblicke in die Berufswelt gewähren.

Wir wollen die Jugendlichen bestmöglich auf die Berufswelt vorbereiten, und dazu bedarf es einer umfassenden Orientierung", hält Roswitha Walch, Leiterin der Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft in Neudorf, fest. Deshalb wird Berufsorientierung groß geschrieben und in dieser Woche gar ein mehrtägiges Intensivprogramm geboten.

Gestern wurde quasi zur "Kick off"-Veranstaltung an die Schule geladen, bei der Vertreter aus der Wirtschaft, dem Sozialbereich, Tourismus-, Büro- und Dienstleistungsbereich auf dem Podium interessante Einblicke in Berufsbilder und Anforderungsprofile gewährten. Bernhard Gitl, Geschäftsführer der Farina Mühlen GmbH, berichtete, dass aus dem klassischen Müllerberuf der Verfahrenstechniker für Getreidewirtschaft geworden sei. Überhaupt sei eine Mühle heute ein hochtechnisierter Betrieb. Von Lehrlingen erwarte man vor allem Hausverstand, Flexibilität und emotionale Intelligenz. Von einem wunderschönen, aber auch sehr anstrengenden Beruf sprach Kindergartenpädagogin Elisabeth Feyer aus Stocking. Liebe, mit Kindern zu arbeiten und Kreativität sei in diesem Bereich besonders gefragt. Und da sich im Publikum auch junge Männer befanden, lautete ihr besonderer Appell: "Wir brauchen in unserem Beruf mehr Männer."

Gastronom und Hotelier Niklas Stopper vom Römerhof in Leibnitz betonte: "Wir schauen uns die Jugendlichen schon bei den Praktika genau an." Das Anforderungsprofil umfasse ein gepflegtes Erscheinungsbild, gute Umgangsformen, Abenteuerlust, Flexibilität sowie Kommunikations- und Sprachenfähigkeit.

Mit Stolz verwies Brigitta Kada vom gleichnamigen Kaufhaus in Leibnitz darauf, im Vorjahr den besten steirischen Lehrling im Haus gehabt zu haben. In dem Traditionshaus, das auf Vielfalt und Service setzt, werden jährlich Lehrlinge aufgenommen. Auch hier zählen Auftreten, Benehmen und ein offenes Wesen.

Gerhard Kienzl, WK-Spartengeschäftsführer für Tourismus- und Freizeitwirtschaft, räumte der Jugend in diesem Bereich gute Chancen ein: "Am heutigen Tag gibt es steiermarkweit immerhin 90 offene Lehrstellen."

Johann Mehrl, Personalleiter der Steiermärkischen Bank, hatte für die Jugendlichen wertvolle Tipps für etwaige Bewerbungen parat und mahnte zur gutüberlegten Berufswahl: "Ein falscher Beruf verfolgt euch ein Leben lang." Waltraud Sturm vom Bildungs- und Einsatzzentrum des Roten Kreuzes in Laubegg informierte über Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Krankenpflegebereich. Dazu passten die Informationen von Romana Schloffer, Direktorin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Bad Radkersburg, die verschiedene Ausbildungsmodelle skizzierte. Einig waren sich alle: "Man muss sich stes mit offenen Augen und Ohren durch die Berufswelt bewegen."

BETTINA KUZMICKI

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