Gegen das Vergessen
Am Marktplatz Wagna wurde gestern im Rahmen des Kunstprojekts "63 Jahre danach" eine Gedenkstätte an die Nazi-Opfer eingeweiht.
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Ein junger Mann mit Brille lehnt locker an einem Holzmasten. Der Boden ist schneebedeckt, im Hintergrund sind die Baracken des Lagers in Wagna. zu sehen. Ein Jahr, von 1941 bis 1942, war in dem Barackenlager eine Lehrerbildungsanstalt untergebracht. Hitlers Schergen wollten dies so.
Der junge Landtagsabgeordnete Ernst Gödl (ÖVP) hatte dieses historische Bild im Rahmen des Gedenkprojekts "63 Jahre danach" ausgewählt und einen eindrucksvollen Text dazu verfasst. Dieser ist neben dem Foto auf einer Stele zu lesen, die gestern vor dem Marktgemeindeamt in Wagna eingeweiht wurde. Ein Mahnmal gegen die Gräuel des Nationalsozialismus und gegen jegliche Auswüchse von Faschismus - auch in der heutigen Zeit.
Zur Einweihung moderierte Thomas Götz (Kleine Zeitung) gestern einen Dialog mit dem initiierenden Künstler Jochen Gerz, dem Zeitzeugen Franz Trampusch, Ernst Gödl, Bürgermeister Peter Sunko, Monika Klement (Kulturreferentin) sowie Werner Fenz (Leiter des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum).
"Dieses Mahnmal ist anders als andere Kriegsdenkmäler", erklärte Jochen Gerz. "Das Publikum und die Bevölkerung wurde eingebunden. "Für Bürgermeister Peter Sunko stand eine Aufstellung dieses Gedenkmals (im Gegensatz zu einigen obersteirischen Kollegen) nie in Frage: "Man muss deutlich sagen, dass wir diese vergangenen, schrecklichen Zeiten nie mehr wollen."
Für den südsteirischen Abgeordneten Detlef Gruber ("dessen" Mahnmal übrigens morgen vor der Grazer Burg eingeweiht) besteht die Gefahr, dass vieles in Vergessenheit gerät. Deshalb sei es höchste Zeit für dieses Gedenkprojekt geworden.
Zeitzeuge
Übrigens: Der Leitringer Hans Zechner erlebte die Kriegsjahre hautnah mit. Er kannte auch den hoffnungsvollen jungen Mann auf dem Bild auf dem Mahnmal: Hans Mosmar hieß dieser, ein Kärntner, der Lehrer werden wollte. Knapp vor Kriegsende fiel Mosmar am Eismeer...











