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Zuletzt aktualisiert: 09.05.2011 um 21:22 UhrKommentare

Die Kälte setzt den Bauern zu

Durch den Frosteinbruch der letzten Tage wurden in etlichen südsteirischen Lagen die Weintriebe zerstört. Die derzeitige Witterung sorgt aber auch bei Mais, Kürbis und beim Grünschnitt für Probleme.

Winzer Otto Knaus im Weingarten in der Südsteiermark. Der Frost hat bei ihm zahlreiche Weintriebe zerstört

Foto © PrivatWinzer Otto Knaus im Weingarten in der Südsteiermark. Der Frost hat bei ihm zahlreiche Weintriebe zerstört

Wir haben massive Frostschäden. Bei mir sind geschätzte 20 Prozent des Austriebes kaputt", klagt Otto Knaus, Bioweinbauer in Sulztal an der Weinstraße. Er ist kein Einzelfall: Der Kälteeinbruch in der vergangenen Woche sorgte in etlichen Lagen der Südsteiermark für Frostschäden in den Weinkulturen. Vor allem in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fiel das Thermometer in manchen Gegenden auf unter null Grad. "Es gab in einzelnen Lagen Probleme. Bei Messstationen wurden bis zu minus 1,5 Grad Celsius gemessen", bestätigt Josef Klement, Weinbauberater in Leibnitz.

Die Folge: Da und dort sind die Austriebe, Trauben und Stöcke kaputt. Dies ist doppelt fatal, da durch den warmen April der Austrieb heuer relativ früh begonnen hat. "Ein Fünftel der Ernte ist wohl weg, es wird auch Folgeschäden in den nächsten Jahren geben", fürchtet Otto Knaus. "So etwas habe ich erst einmal, nämlich im Jahr 1981, erlebt."

Die kühle und zu trockene Witterung setzt aber auch anderen zu: "Wir haben Probleme mit dem Mais, er ist sehr gelblich. Der Bodenfrost hat ihn malträtiert", erklärt Karl-Heinz Knaß, Landwirtschaftskammer-Obmann im Bezirk Deutschlandsberg. Auch das Wachstum der Kürbisse ist laut dem Leibnitzer Kammer-Obmann Josef Kowald zum Teil blockiert: "Es gibt Sorgen, ob der Keimling die Bodendecke durchstoßen kann." Grundsätzlich sei man beim Kürbisanbau heuer um 14 Tage später dran als im Vorjahr. Kowald bemüht eine Bauernregel: "Jeder Tag Verlust im Frühjahr bedeutet eine Woche im Herbst." Tatsächliche Ernteprognosen kann er allerdings noch nicht abgeben.

Später Auftrieb

Nicht optimal ist das zu trockene Wetter auch für das Getreide und für Grünflächen. "Es gibt Mindererträge beim Grünland", erklärt Karl-Heinz Knaß. Das so genannte Bodengras fehlt, die Wiesen sind nicht so dicht bewachsen. Deshalb ist auch die eine oder andere Weidefläche in der Süd- und Weststeiermark noch verwaist. Auf die Remschnigg-Alm etwa sollen die Rinder laut Knaß erst am kommenden Wochenende aufgetrieben werden.

Wie in der Landwirtschaft üblich, gibt es aber kaum eine Witterung, die nicht auch Vorteile mit sich bringt. So dürfen derzeit etwa die Obstbauern oder Forstwirte recht zufrieden sein. "Durch die kalten Nächte ist es für den Feuerbrand oder für die Borkenkäfer zu kühl", erklärt Knaß.

THOMAS WIESER

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