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Zuletzt aktualisiert: 01.05.2010 um 05:55 UhrKommentare

Kilometer-Limit für Radpanzer legt Ausbildung lahm

Sparfrust beim Heer: Jeder Pandur-Panzer darf heuer nicht mehr als 500 Kilometer fahren. Vorbereitung für Auslandseinsatz wackelt, Rekruten werden nicht mehr am Gerät ausgebildet.

50 Pandur-Panzer sind bei der 7. Jägerbrigade im In- und Ausland im Einsatz. Heuer sollen pro Panzer nur 500 Kilometer gefahren werden dürfen

Foto © APA/Sujet50 Pandur-Panzer sind bei der 7. Jägerbrigade im In- und Ausland im Einsatz. Heuer sollen pro Panzer nur 500 Kilometer gefahren werden dürfen

Anfangs habe er noch an einen Aprilscherz geglaubt, sagt Brigadier Thomas Starlinger. Doch der Befehl aus Wien, der dem Kommandanten der 7. Jägerbrigade in der Vorwoche ins Haus flatterte, ist bitterernst: Die gesamte Flotte Pandur-Radpanzer des Bundesheeres darf heuer nicht mehr als 25.000 Kilometer fahren. Macht für jeden der 50 Panzer gerade mal 500 Kilometer.

Das stellt die Brigade und vor allem die in Straß und St. Michael stationierten Jägerbataillone vor massive Probleme. "Wie sollen wir unsere Soldaten so auf einen Einsatz vorbereiten?", fragt sich der Straßer Bataillonskommandant Oberstleutnant Ulfried Khom. Seine Leute stellen ja den österreichischen Beitrag zu den EU-Battle-Groups 2011, deren Kern aus einer Infanteriekompanie mit Pandur-Panzern besteht. Theoretisch könnte diese schon mit 1. Jänner in einen ernsten Einsatz geschickt werden. Zuvor absolvieren die Soldaten noch eine Vorbereitungsübung in Belgien.

Dabei ist schon jetzt der Großteil des Kilometer-Solls verbraucht. Denn die Panzer rollen ja auch bei Auslandseinsätzen und bei der "Task-Force 18" in St. Michael, außerdem steht im September die internationale Großübung EURAD 2010 an. Weil Einsätze absolute Priorität haben, sehen die Grundwehrdiener den Pandur nur noch von außen. Ausbildung am Gerät findet derzeit nicht statt, die Rekruten müssen sich mit dem Pinzgauer begnügen: Attraktiver Grundwehrdienst sieht anders aus.

"Das ist so, als würde man der Feuerwehr ein Auto hinstellen und ihr verbieten, damit zu fahren", beschreibt Khom die Situation, die er schlicht "unverantwortlich" nennt. "Ich glaube ja nicht einmal, dass Minister Darabos etwas von dem Befehl weiß", ergänzt Brigade-Chef Starlinger.

Tatsächlich kommt die Vorgabe (die in ähnlicher Form auch andere Panzerverbände in Österreich trifft) aus dem Generalstab, der selbst unter massivem Einsparungsdruck steht. Man könne aber garantieren, dass die Einsatzvorbereitung und die EURAD-Übung gesichert sind, hieß es gestern von der Heeresspitze.

WILFRIED ROMBOLD, JOHANNA BIRNBAUM

PANDUR-PANZER IN ÖSTERREICH

Der Pandur ist ein Mannschaftstransportpanzer, ein gepanzertes Radfahrzeug, das Soldaten Schutz vor Splittern und vor dem Beschuss durch Infanteriewaffen bietet.

Zum Einsatz kommt der Pandur bei Infanterieverbänden des Bundesheeres und bei Auslandseinsätzen.

Gewicht: 13,5 Tonnen

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Besatzung: neun Mann

Panzerfahrzeuge beim Bundesheer: Kampfpanzer Leopard 2 A4, Jagdpanzer "Kürassier", Schützenpanzer "Ulan", Bergepanzer "Greif", Schützenpanzer "Saurer", Mannschaftstransportpanzer "Pandur", Sanitätspanzer "Pandur", Bergepanzer M-88

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