Gestohlen in Neapel, verkauft in Graz
Schwunghafter Handel mit gestohlenen Autos und die Spur führt möglicherweise zur italienischen Mafia. In Graz hat die Kripo sieben Luxus-Wagen sichergestellt und zwei Verdächtige angezeigt.

Foto © AP/Sujet
Eine Routinekontrolle der Polizei in Rosenheim, Deutschland, führte auf die Spur einer internationalen Autoschieberbande mit Mafia-Strukturen. Ende Oktober wurde ein 29-jähriger Deutscher mit einem BMW X 6 angehalten und kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, dass der Luxus-Wagen in Italien gestohlen worden war. Der Deutsche wurde festgenommen. Beim Verhör begann er "zu singen" und gab die Namen von zweier Grazer preis, denen er sieben Luxus-Autos der Marken Porsche, Mercedes, BMW und Audi (zum Teil Geländefahrzeuge) zum halben Preis des Gesamtwertes weiterverkauft hatte. Die beiden Steirer holten die gekauften Autos selbst in Neapel ab und überstellten sie nach Graz. Die beiden Grazer, 22 und 36 Jahre alt, beteuern aber, nicht gewusst zu haben, dass die Fahrzeuge gestohlenen waren.
Geschäft
Als die Beamten der Diebstahlsgruppe des Landeskriminalamtes bei ihnen auftauchte, hatten sie bereits zwei Autos in Graz verkauft, wie Ermittlungsleiter Andreas Wildbacher bestätigt. Zwei Fahrzeuge waren bei einem Händler abgestellt, drei Autos hatten sie bei sich zu Hause stehen. Alle sieben Wagen wurden über Auftrag der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Der 22-Jährige hatte vor Monaten über Internet einen Gebrauchtwagen gesucht und war dabei auf den deutschen Hehler gestoßen. Dieser bot ihm an, teure Autos günstig zu vermitteln. Es waren gestohlene Autos. Gemeinsam mit seinem 36-jährigen Kollegen wollte der 22-Jährige ein gewinnbringendes Geschäft aufziehen. Jetzt werden die beiden Verdächtigen nicht nur wegen Hehlerei angezeigt, sie haben auch die Finanzbehörden am Hals.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, zumal die Behörden nicht ausschließen, dass die Drahtzieher bei der neapolitanischen Mafia sitzen. Jener Mann aus Neapel, der die Pkw-Diebstähle und Fahrzeugverschiebungen organisiert, ist vor allem der deutschen Polizei bestens bekannt. Er saß deswegen bereits in Deutschland im Gefängnis.








