Ganze Orte leben vom Buntmetall-Diebstahl
Die Entwicklung ist alarmierend: In der Steiermark haben die Buntmetall-Diebstähle um 25 Prozent zugenommen. Es sind ungarische Banden, die damit ein Vermögen verdienen.

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Buntmetall-Diebstähle sind fest in der Hand ungarischer Verbrecherbanden. Denn die Nachfrage ist groß, dementsprechend hoch sind auch die Gewinne. "In Ungarn leben ganze Orte davon", wissen die Kriminalisten.
Kupfer, Messing, Aluminium, Edelstahl, Legierungen zur Herstellung von Edelstahl, isolierte Kupferkabel - das alles ist Buntmetall und dieses ist auf dem regulären Markt sehr teuer. Hochwertiges Kupfer kostet beispielsweise bis zu 5000 Euro pro Tonne. Die Verbrecher verkaufen die gestohlene Ware wesentlich billiger weiter - und verdienen damit dennoch ein Vermögen. Aber auch die ungarischen Händler schneiden kräftig mit. Sie zahlen den Diebsbanden 1000 Euro pro Tonne Kupfer und schlagen beim Weiterverkauf hundert Prozent auf.
Gefälschte Papiere
Laut Gesetz ist auch in Ungarn für die Einfuhr von Buntmetall ein Nachweis notwendig, was die Diebsbanden jedoch nicht abschreckt. Roman Rabitsch von der Diebstahlsgruppe des steirischen Landeskriminalamtes weiß genau, wie die Täter die ungarischen Behörden austricksen. "Sie fälschen Rechnungen und Lieferscheine. Meistens sind es italienische Firmen, die dann auf den Papieren aufscheinen."
In Ungarn blüht jedenfalls der Handel mit gestohlenem Buntmetall, das immer häufiger auch aus der Steiermark stammt. Bei uns haben heuer die Buntmetall-Diebstähle um 25 Prozent zugenommen. Der Schaden beläuft sich laut Landeskriminalamt bereits auf rund 200.000 Euro.
Erst vergangenes Wochenende hat die Grenzpolizei Spielfeld 3,5 Tonnen Kupferkabel sichergestellt, das auf einer ÖBB-Baustelle in Hengsberg gestohlen wurde und mit einem Ford-Transit über Slowenien nach Ungarn gebracht werden sollte. Den Polizisten war der Wagen aufgefallen, weil er überladen war (wir berichteten).
Einen Tag später stahl in Mitterdorf im Mürztal eine Tätergruppe Legierungsmaterial zur Erzeugung von hochwertigem Edelstahl. "Auch das gehört zur Kategorie Buntmetall-Diebstahl", erklärt Roman Rabitsch. "In diesem Fall handelte es sich bei den Tätern um Rumänen und einen Österreicher - eine Ausnahme. Grundsätzlich sind es ungarische Tätergruppen, die sich auf Buntmetall-Diebstähle spezialisiert haben."
Seit Einrichtung der "Soko Ost" in Ostösterreich führt die Hauptroute der Diebsbanden über Spielfeld und Slowenien nach Ungarn. Die Banden treten in geteilten Gruppen auf. "Eine Partie betätigt sich als Einbrecher, eine andere Gruppe holt Beute ab. Beim Abtransport benutzen die Täter hauptsächlich Fiat-Kastenwagen. "Teilweise haben sie Kühlaggregate auf dem Dach, damit sie nicht gleich jedem Polizisten auf der Straße auffallen", sagt Rabitsch. "Die Polizei soll glauben, es handelt sich um den Transport von verderblichen Gütern."








