Rotgesagte leben länger
Während hinter den Kulissen an der Zukunft gebastelt wird, zeigt der GAK sein Herz. Spieler, Fans und Trainer stellten fürs Saisonfinale Zusatztribünen auf.

Foto © KLZ | LeodolterRoland Kollmann half brav mit.
Echte Fans stimmen nicht nur auf der Tribüne die Schlachtgesänge für ihren Fußballverein an. Sie bauen sich die Tribünen auch gleich selbst. Und wenn sogar Spieler, Trainer und Vorstandsmitglieder Hand anlegen, dann hat das was. Dann lässt das fast ein bisschen hoffen. Darauf, dass da etwas Neues entsteht. Etwas Neues, 108 Jahre Altes. Vielleicht schafft der GAK ja das Paradoxon - und erfindet sich gerade neu.
Wir befinden uns auf dem Hauptplatz des Trainingszentrums Weinzödl. Neue Heimstätte des GAK, der in der Regionalliga Mitte gerade irgendwo im Tabellenmittelfeld ins Saisonfinale läuft und der UPC-Arena aus Kostengründen den Rücken gekehrt hat.
Klingt unspektakulär, hat aber Sogwirkung. 1800 Zuschauer kommen regelmäßig, für die letzten beiden Heimspiele gegen Pasching und St. Veit (4. Juni) wurde eine Zusatztribüne für weitere 600 Leute aufgestellt. Jene Tribüne, an der bei unserem Lokalaugenschein diese Woche rund 40 Leute bauen. Roland Kollmann, 33-jähriger Ex-Nationalteamspieler und langjähriger Roter ist unter ihnen: "Das, was hier und heute passiert, ist wirklich außergewöhnlich. Da greifen alle spontan an. Super."
Das "System GAK" hat aber auch immer noch sportliches Potenzial: Der Kader der A-Mannschaft besteht aus 18 Spielern, insgesamt hat der GAK 14 Teams bis hin zur U 7 und den Fun-Kids. In zwei, drei Wochen findet die Generalversammlung statt. Da wird auch Walter Koleznik, Urgestein des GAK, dabei sein. "Wir haben bereits 1980 Dauerkarten für die nächste Saison verkauft und ich weiß, wenn sich alles beruhigt hat und der sportliche Erfolg kommt, dann müssen wir wieder ins Liebenauer Stadion vor lauter Fans. Bis dahin werden halt selber die Tribünen aufgebaut. Das schaffen wir schon."
Als Präsident Anton Kürschner vorbeischaut, hört alles kurz zu werken auf. Händeschütteln. "Das ist schon ein Zeichen", sagt er. Trotz seiner allgemeinen Enttäuschung gibt er zu: "Seit ich als kleiner Bub meine Tante in der Körösistraße besucht habe, bin ich ein Fan."
Das "System GAK" funktioniert auch noch im Organisieren: Die Firmen Hirzman und Prangl stellten Tribüne und Geräte zur Verfügung, die Pizzeria Mampf gab Pizzen aus und im Shopping Nord gibt's an Match-Tagen Gratisparkplätze. Gegen Pasching war die Weinzödl-Arena schließlich zum Bersten voll, nur leider verlor der GAK 0 : 2.
"In drei Jahren aber", sieht Coach Heinz Karner die Welt mehr rosa als rot, "wollen wir wieder ganz oben mitspielen." Träumen wird man ja noch dürfen. Und sich neu erfinden auch.








