10.000 steirische Schüler nutzen Nachmittagsbetreuung
Bildungsministerin Schmied erhebt gerade den Bedarf an Nachmittagsbetreuung. In der Steiermark nutzen diese bereits fast 10.000 Schüler, in der Stadt eher als auf dem Land.

Foto © David BauerImmer nehr nutzen das Angebot der Nachmittagsbetreuung
Drückende Stille in den Gängen? Hier nicht. Gemeinsam zu Mittag essen, lernen, Aufgaben machen und natürlich Zeit zum Spielen, Basteln, Bewegen. Für 82 Kinder der Grazer Volksschule St. Veit ist das an einem oder mehreren Nachmittagen der Woche Alltag - in der Schule, wohl gemerkt. Und so verliert dieses Schulhaus auch nach dem letzten Läuten nicht an Leben.
Die Volksschule St. Veit ist eine von 191 steirischen Pflichtschulen (also Volksschulen, Hauptschulen, polytechnische Schulen und Sonderschulen) und 27 AHS, die Nachmittagsbetreuung anbieten und so berufstätigen Eltern das Leben erleichtern. Kosten: Im Schnitt 25 bis 150 Euro, einige Gemeinden haben auch soziale Staffelungen. Bildungsministerin Claudia Schmied hat mit dem Fragebogen, den sie an die Eltern schulpflichtiger Kinder verschickt hat (siehe Info), die Diskussion um ganztägige Schulformen wieder aufleben lassen.
Die Debatte ist oft ideologisch aufgeladen. Doch ein nüchterner Blick auf die gelebte Realität zeigt zweierlei: In der Steiermark sind erstens ganztägige Schulformen bereits gang und gäbe; rund 9800 Schüler nutzen sie - in den meisten Fällen als Vormittagsschule mit Nachmittagsbetreuung, manchmal auch als tatsächliche Ganztagesschule mit Lern- und Freizeitphasen über den Tag verteilt. Doch mehr Betreuung gibt es in urbanen Gegenden als auf dem Land.
Bleiben oder nicht bleiben
Das bestätigen auch Direktoren. Das Gymnasium in Leibnitz etwa bietet seit dem Vorjahr für die ersten beiden Unterstufenklassen Nachmittagsbetreuung an, 35 Schüler nehmen das Angebot an. "Im ländlichen Bereich quillt das sicher nicht über", sagt Direktor Karl Heinz Tinnacher. Für die Eltern kostet hier ein Tag 26 Euro, sieben Tage 70 Euro im Monat, das Essen kommt noch dazu.
Die private Volksschule Sacre Coeur in Graz bietet Betreuung sogar bis 18 Uhr. "Rund 240 von 340 Kindern sind jeden Tag in irgendeiner Form bei uns", sagt Direktorin Angela Weinzerl. Nicht alle bleiben bis 18 Uhr. "Doch vor allem an den Tagen wo es Kurse wie Kinderkochen, Forschen oder Jazzdance gibt, bleiben viele gerne lange", so die Direktorin.
Kommentar
Der Fragabogen
Die Eltern von schulpflichtigen Kindern erhalten Bögen mit folgenden Fragen (Auszug):
Wie zufrieden sind Sie mit dem ganztägigen Schulangebot (falls schon vorhanden)?
Wenn es an der Schule Ihres Kindes ein ganztägiges Schulangebot gäbe, das auch "Hausaufgaben" machen, Lernhilfen und Förderangebote, Kreativ-Kurse, Sport- und Freizeitaktivitäten umfasst - würden Sie es für Ihr Kind nutzen? An wie vielen Schultagen?
Wären Sie grundsätzlich bereit, einen angemessenen finanziellen Beitrag zu leisten - oder sollte folgendes jedenfalls kostenlos sein? Das Mittagessen. Die Nachmittagsbetreuung.











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